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Gefahren durch KI: Digitalministerium gegen Stopp der Entwicklung in Europa
Angesichts der lauter werdenden Warnungen vor den Risiken Künstlicher Intelligenz (KI) hat das Bundesdigitalministerium die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit betont. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) unterstütze die Schaffung einer unabhängigen, internationalen KI-Aufsicht, sagte ein Sprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Deutschland wolle dieses Thema in Gespräche mit den USA und China im Rahmen der G7-Gruppe einbringen. Einen Stopp der KI-Entwicklung in Europa sehe das Ministerium hingegen "kritisch und als nicht gangbaren Weg".
"Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung die digitale Souveränität zu stärken und dazu gehört auch die KI-Entwicklung in Europa voranzutreiben", betonte der Sprecher. "Künstliche Intelligenz wird ein entscheidender Faktor für unsere künftige Wettbewerbsfähigkeit sein. Wir brauchen hier verstärkt eigene Kompetenzen und einen breiten Einsatz in Wirtschaft, Gesellschaft und im Staat."
Nach mehreren Vorfällen mit außer Kontrolle geratenen Systemen hatte der Chef des KI-Unternehmens Anthropic, Dario Amodei, am Wochenende zu einer Drosselung der Entwicklung mächtiger Modelle aufgerufen. Er erhielt dabei Unterstützung vom Chef des Konkurrenzunternehmens OpenAI, Sam Altman, und dem Techunternehmer Elon Musk.
Die Bundesregierung nehme Warnungen vor Gefahren durch KI ernst, betonte der Sprecher des Bundesdigitalministeriums. "Wenn KI-Systeme zunehmend in der Lage sind, aus Testumgebungen auszubrechen und unbekannte Schwachstellen selbstständig zu finden, haben wir es mit einem völlig neuen Bedrohungsszenario zu tun."
Auf nationaler Ebene treibe die Bundesregierung deshalb den Aufbau eines nationalen KI-Sicherheitsinstituts (AISI Deutschland) voran, sagte der Sprecher. Es solle Deutschland in die Lage versetzen, "sicherheitsrelevante Risiken frühzeitig zu identifizieren und evidenzbasierte Handlungsoptionen abzuleiten". Das Institut arbeite bei der Analyse von KI-Modellen "eng mit vergleichbaren Instituten in Großbritannien und Frankreich zusammen".
Um die Risiken hochentwickelter KI frühzeitig zu erkennen, reiche aber "passive Regulierung nicht aus", betonte der Sprecher. "Wir müssen KI-Technologien selbst aktiv einsetzen, erforschen und beherrschen, um Gefahren vorausschauend zu identifizieren und unsere eigenen Systeme deutlich sicherer zu machen."
H.Seidel--BTB