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Drohender Streik: Micron-Beschäftigte in Taiwan lehnen Bonus von 68 Monatsgehältern ab
Angesichts eines drohenden Streiks hat der US-Chiphersteller Micron Technology seinen Beschäftigten in Taiwan eine Bonuszahlung von 68 Monatsgehältern angeboten - der Belegschaft ist das aber nicht genug. Hunderte Beschäftigte folgten am Donnerstag einem Aufruf der Gewerkschaften und versammelten sich zu einer Protestkundgebung am Micron-Werk in Taoyuan.
Ein Ingenieur, der nur seinen Nachnamen Tsai nannte, sagte, das Angebot bleibe angesichts der riesigen Gewinne des Unternehmens "hinter den Erwartungen zurück". Die Gewerkschaften sollten nun weiter für den Bonus kämpfen, "der uns zusteht". Auch die Produktionstechnikerin Lin sagte: "Ich finde, dass wir das verdienen, also müssen wir dafür eintreten – nicht nur für uns selbst, sondern für alle Arbeiter in Taiwan."
Micron Technology produziert 50 bis 60 Prozent seiner Mikrochips in Taiwan und beschäftigt dort rund 15.000 Menschen. Zwei Gewerkschaften, die rund 12.000 Micron-Beschäftigte in den Werken Taoyuan und Taichung vertreten, hatten mit Streik gedroht. Sie verlangten eine einmalige Bonuszahlung in Höhe von 83 Monatsgehältern sowie die Zusicherung, dass künftig 15 Prozent des Betriebsgewinns an die Beschäftigten gehen, ausbezahlt alle drei Monate.
Micron bot den Beschäftigten in Taiwan am Freitag vergangener Woche eine Zahlung in Höhe von 35 bis 68 Monatsgehältern für das Geschäftsjahr 2026 an, mindestens aber 1,7 Millionen Taiwan-Dollar (rund 46.200 Euro). Die Gewerkschaften lehnten das Angebot aber ab und drohten erneut mit Streik. Dafür hätten 80 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder gestimmt.
Chiphersteller machen wegen der hohen Nachfrage für Künstliche Intelligenz (KI) aktuell riesige Gewinne. Micron etwa verdiente allein im zurückliegenden Quartal unter dem Strich 41,5 Milliarden Dollar (knapp 36 Milliarden Euro).
Bei Samsung in Südkorea hatten Gewerkschaften vor einigen Wochen erreicht, dass die Beschäftigten in der Chip-Sparte in den kommenden zehn Jahren jeweils bis zu 10,5 Prozent des Betriebsgewinns bekommen. Ausgezahlt werden soll die Leistung in Aktien, dazu sollen 1,5 Prozent in bar kommen.
B.Shevchenko--BTB