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"Zeitenwende" ist das Wort des Jahres 2022
"Zeitenwende" ist das Wort des Jahres 2022. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekannt. Der Begriff bezeichnet allgemein einen Übergang in eine neue Ära und wurde von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine prominent verwendet, wie die Wiesbadener Sprachexperten zur Begründung ihrer Entscheidung erklärten.
"Zeitenwende" sei kein neues Wort: Es stehe speziell für den Beginn der christlichen Zeitrechnung, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache. Der russische Überfall auf die Ukraine im Februar markiere "eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents", wie Scholz in einer Regierungserklärung wenige Tage nach Kriegsbeginn sagte.
Die deutsche Wirtschafts- und Energiepolitik habe sich völlig neu ausrichten müssen, erklärte die GfdS. Auch Verhältnisse zu anderen internationalen Partnern wie China seien kritisch beleuchtet worden. Zudem habe bei vielen Menschen eine emotionale Wende stattgefunden. Vielfach sei Angst und Sorge vor einem Atomkrieg in Europa oder gar einem dritten Weltkrieg zu spüren gewesen.
Auf den Plätzen zwei und drei der diesjährigen GfdS landeten die Begriffe "Krieg um Frieden" und "Gaspreisbremse". Im vergangenen Jahr war "Wellenbrecher" zum Wort des Jahres gekürt worden. Der Begriff stand laut Jury-Begründung von 2021 für die Strategie, mit der die vierte Welle der Corona-Pandemie gebrochen werden sollte.
Die GfdS kürt bereits seit 1977 Wörter und Wendungen des Jahres. Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks ist nach ihren Angaben für die Auswahl entscheidend, sondern seine Signifikanz und Popularität. Die ausgewählten Wörter sind demnach mit keiner Wertung oder Empfehlung verbunden.
J.Bergmann--BTB