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Jazz- und R&B-Musiker Jon Batiste mit fünf Grammys ausgezeichnet
Kein Pop-Superstar, sondern der Jazz- und R&B-Musiker Jon Batiste ist der große Gewinner der Grammy-Verleihung: Der 35-Jährige räumte bei der Gala am Sonntagabend in Las Vegas fünf Preise ab, darunter die begehrte Auszeichnung für das Album des Jahres für sein Album "We Are". Bei der 64. Ausgabe des US-Musikpreises meldete sich überraschend auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Wort.
Batiste, der im vergangenen Jahr bereits einen Oscar für seinen Soundtrack zum Pixar-Animationsfilm "Soul" erhalten hatte, war bei der Grammy-Verleihung mit elf und damit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen. Trotzdem wirkte er überrascht, als Moderator Lenny Kravitz ihn zum großen Sieger des Abends erklärte.
"Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es keinen besten Künstler, besten Musiker, besten Tänzer und besten Schauspieler gibt", sagte der Jazzer, der aus einer Musikerfamilie aus New Orleans stammt, in seiner Dankesrede. Kunst sei völlig subjektiv. Für ihn sei seine Musik "mehr als nur Unterhaltung – sie ist eine spirituelle Praxis".
Der R&B-Sänger Bruno Mars und seine Gruppe Silk Sonic wurden für ihre Single "Leave The Door Open" mit dem Grammy für die Aufnahme des Jahres geehrt. Auch die Auszeichnung in der Kategorie Song des Jahres ging an Mars und seinen Partner Anderson Paak.
Als beste Newcomerin wurde bei der renommierten Preisverleihung die US-Popsängerin Olivia Rodrigo prämiert. Die 19-Jährige, die ihre Karriere als Schauspielerin im Disney Channel begann, hatte im vergangenen Jahr ihre Debüt-Single "Drivers License" veröffentlicht. "Mein größter Traum ist wahr geworden", sagte Rodrigo in ihrer Dankesrede.
Drei Grammys erhielt die US-Rockband Foo Fighters, darunter die Preise für das beste Rockalbum und den besten Rocksong. Der Schlagzeuger der Band, Taylor Hawkins, war vor rund einer Woche unerwartet gestorben.
Superstars wie Billie Eilish, Justin Bieber und Lil Nas X gingen trotz vieler Nominierungen ohne Grammys nach Hause. Sie waren aber alle mit Auftritten an der Show beteiligt. Lady Gaga sang mehrere Songs aus "Love For Sale", ihrem zweiten gemeinsamen Album mit Entertainer-Legende Tony Bennett.
Batiste stellte bei seinem Auftritt seine Vielseitigkeit als Künstler unter Beweis: Er begann mit einem klassischen Stück am Klavier und ging dann zu einer rhythmischen Tanznummer über.
Für einen nachdenklichen Moment bei der Gala sorgte der ukrainische Präsident Selenskyj. In einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft bat er um Unterstützung für sein Land. Nichts sei gegenteiliger zu Musik als die "Stille von zerstörten Städten und getöteten Menschen", sagte Selenskyj. Russland bringe "mit seinen Bomben eine schreckliche Stille" in die Ukraine. "Füllt die Stille mit eurer Musik, füllt sie heute, um unsere Geschichte zu erzählen."
Die Grammys wurden erstmals in ihrer Geschichte in der Glücksspiel-Metropole Las Vegas verliehen. Die ursprünglich für Ende Januar in Los Angeles geplante Gala war wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus nach hinten verschoben und dann nach Las Vegas verlegt worden.
G.Schulte--BTB