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Vier Kleinkinder bei Messerangriff in Frankreich verletzt
Bei einem Messerangriff in der französischen Alpenstadt Annecy hat ein Mann fünf Menschen verletzt, darunter vier Kleinkinder. Der Mann sei gegen 9.45 Uhr mit einem Messer auf eine Gruppe Kinder in einem Park nahe dem Lac d'Annecy losgegangen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Sicherheitskreisen. Präsident Emmanuel Macron verurteilte den Angriff als "absolut feige".
Die Kinder waren den Angaben zufolge um die drei Jahre alt. Mindestens drei Opfer, unter ihnen zwei Kinder, schwebten demnach in Lebensgefahr. Ob es sich bei dem Angriff um einen Terroranschlag handelt, werde derzeit noch geprüft, hieß es.
Innenminister Gérald Darmanin erklärte im Onlinedienst Twitter, der Täter sei "dank der schnellen Reaktion der Sicherheitskräfte verhaftet worden".
Der Angreifer habe sich als Asylbewerber aus Syrien bezeichnet, verlautete es aus Polizeikreisen. Seine Identität sei inzwischen von den Behörden bestätigt worden, hieß es weiter. Der 1991 geborene Mann habe bislang als polizeilich unbekannt gegolten. Demnach lebte er zuvor zehn Jahre in Schweden. Seit April besaß er einen Flüchtlingsstatus und hielt sich somit regulär in Frankreich auf.
Nach Angaben einer AFP-Journalistin vor Ort wurde die Umgebung des Parks von einem großen Polizeiaufgebot abgeriegelt. Die Zeitung "Dauphiné Libéré" berichtete, dass die Opfer in ein Krankenhaus und die Augenzeugen in ein Gebäude nahe der Unglücksstelle gebracht worden seien. In der Präfektur von Haute-Savoie wurde ein Krisenstab eingerichtet, der auch Informationen für die Öffentlichkeit bereitstellte.
"Es war ein bisschen unwirklich", sagte ein Augenzeuge namens Malo dem Fernsehsender BFM TV. Der Angreifer habe geschrien. "Es war nicht unbedingt verständlich, was er sagte. Er griff Babys an (...), er flüchtete, die Polizei kam."
Die Beamten hätten zunächst versucht, den Mann zu stoppen, ohne auf ihn zu schießen. "Als er merkte, dass er in eine Falle gelockt wurde, griff er eine ältere Person an und sie schossen ihm in die Beine", sagte Malo, der sich zum Tatzeitpunkt in dem Park aufhielt.
Ein weiterer Augenzeuge beschrieb "totale Panik". "Er wollte alle angreifen", sagte der Profi-Fußballer Anthony Le Tallec, der zu dem Zeitpunkt in dem Park joggte, der "Dauphiné Libéré". Er selbst sei zur Seite ausgewichen. Der Angreifer habe sich jedoch auf eine älteres Paar gestürzt und auf den älteren Mann eingestochen.
Präsident Emmanuel Macron verurteilte den Angriff als "absolut feige". "Unsere Gedanken sind bei ihnen, ihren Familien und den mobilisierten Rettungskräften", erklärte Macron im Kurzbotschaftendienst Twitter.
Das Büro von Premierministerin Elisabeth Borne kündigte an, sie werde zum Tatort nach Annecy reisen. Das französische Parlament hielt nach Bekanntwerden des Angriffs eine Schweigeminute ab.
A.Gasser--BTB