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Waldbrände in mehreren Ländern Südeuropas: Lage in Südfrankreich besonders angespannt
Waldbrände haben am Wochenende in mehreren Ländern Südeuropas tausende Hektar Vegetation zerstört und die Feuerwehren in Atem gehalten. Besonders angespannt war die Lage am Sonntag in Südfrankreich, wo ein Feuer in den Pyrenäen zwei Menschen schwer verletzte und Auswirkungen auf die für Montag geplante dritte Etappe der Tour de France hat. Auch in Griechenland, Spanien und Portugal kämpften Einsatzkräfte gegen Flammen.
Das Feuer in den französischen Pyrenäen war am Samstagabend in einem schwer zugänglichen Gebiet bei Trévillach nahe dem Berg Canigou und rund 35 Kilometer westlich von Perpignan ausgebrochen. Nach Angaben der Präfektur der Pyrénées-Orientales erfasste es inzwischen 1650 Hektar. Ein Feuerwehrmann und ein Anwohner seien schwer verletzt worden. Der Anwohner habe Brandverletzungen erlitten, sagte Präfekt Pierre Regnault de la Mothe dem Sender BFMTV.
Mehr als 700 Feuerwehrleute, 200 Fahrzeuge und rund zehn Löschflugzeuge und -hubschrauber waren im Einsatz. Das Feuer habe unter dem Einfluss der Tramontane-Winde wieder an Kraft gewonnen, erklärte die Präfektur. Straßen wurden gesperrt und Notunterkünfte eingerichtet. Eine evakuierte Anwohnerin berichtete AFP, sie habe am späten Abend Rauch gesehen; gegen 01.00 Uhr sei jemand vom Rathaus gekommen und habe sie zur Flucht aufgefordert. "Es waren überall Feuerwehrwagen, und der Rauchgeruch war überwältigend", sagte die 30-jährige Charlotte Pignol.
Die dritte Etappe der Tour de France sollte am Montag zwar stattfinden, wegen des Feuers aber angepasst werden. Im französischen Teil müsse sie "ohne Publikum" stattfinden, erklärte Präfekt Regnault de la Mothe am Sonntag. "Auf französischem Gebiet wird die Werbekarawane nicht fahren", sagte er. Es werde dort nur die Durchfahrt der Fahrer und der für die Organisation des Rennens unbedingt nötigen Fahrzeuge geben.
Das Publikum sei aufgerufen, weder an die Strecke noch zum Zielort Les Angles zu kommen. "Es wird - jedenfalls in Frankreich - eine Tour-de-France-Etappe ohne Publikum sein", sagte der Präfekt.
In Griechenland kämpften Feuerwehrleute nahe Thessaloniki weiter gegen Brände in einer Recyclinganlage und einer Anlage zur Anlage zur Aufbereitung von Öl. Dichter schwarzer Rauch zog bis ins Zentrum der zweitgrößten Stadt des Landes. Die Behörden forderten die Einwohner wegen möglicherweise giftiger Rauchgase auf, Fenster geschlossen zu halten und Wege zu vermeiden. 151 Patienten einer nahe gelegenen Pflegeeinrichtung wurden in andere Krankenhäuser verlegt. Binnen 24 Stunden wurden landesweit 60 Brände gemeldet, die meisten wurden rasch unter Kontrolle gebracht.
Nahe der spanischen Costa Brava stabilisierten Feuerwehrleute einen Waldbrand, der seit Freitag mehr als 2200 Hektar Vegetation verbrannte. Die Behörden hoben am Sonntag Ausgangsbeschränkungen in rund zehn Gemeinden um La Bisbal d'Empordà nahe Girona auf. Als wahrscheinliche Ursache wird Fahrlässigkeit geprüft. Ein zunächst festgenommener Mann kam unter Auflagen frei, bleibt aber Beschuldigter.
Im Norden Portugals wurde ein seit drei Tagen wütender Waldbrand bei Vouzela im Distrikt Viseu nach Angaben der Behörden zu etwa 80 Prozent eingedämmt. Die Flammen zerstörten dort mindestens 13.000 Hektar Vegetation. Portugal aktivierte wegen der ersten großen Waldbrände des Sommers den EU-Katastrophenschutzmechanismus.
Nach AFP-Berechnungen wurden in Portugal, Spanien, Frankreich und Griechenland zusammen mehr als 19.000 Hektar Land zerstört. Nach einer historischen Hitzewelle im Juni warnten Fachleute vor einer frühen und langen Waldbrandsaison. "Der Klimawandel ist da, wir erleben die Folgen, und es ist erst Anfang Juli", sagte der französische Feuerwehr-Oberst Eric Belgioino.
F.Müller--BTB