-
Fünfzehn Jahre nach dem NSU bleiben Fragen zu Unterstützern offen
-
Hakeem Jeffries steht vor dem Aufstieg zum mächtigsten Demokraten im Kongress
-
Demokraten gewinnen in Texas Senatssitz und Gouverneursamt
-
Demokraten erobern bei US-Zwischenwahlen beide Kongresskammern
-
Abdul El-Sayed gewinnt Senatssitz in Michigan und schreibt Geschichte
-
Trump signalisiert nach Midterms Gesprächsbereitschaft mit den Demokraten
-
Tasio offenbart Damián seine Beziehung zu Paula in 'Sueños de libertad'
-
Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
-
US-Midterm-Wahl: Trumps Macht und die Rolle des Kongresses unter Druck
-
Letzte Funksprüche zeigen Kontrollverlust vor Learjet-Absturz in Florida
-
Der Begriff „migrantisches Milieu“ belebt die Stadtbild-Debatte neu
-
Europas digitale Finanzinfrastruktur soll unabhängiger und robuster werden
-
Raiffeisen Bank International muss den geplanten Addiko-Deal neu strukturieren
-
Dobrindts Äußerung über „Chaoten“ löst Kritik von Grünen und Linken aus
-
Mehr als 1000 Berliner SPD-Mitglieder wenden sich gegen Rot-Grün-Rot um jeden Preis
-
Sachsen-Anhalts CDU ringt um Konsequenzen aus einem umstrittenen Papier
-
Niko Ilicevic stellt mit 16 Jahren den Bundesliga-Altersrekord ein
-
Der Berliner Gendarmenmarkt erzählt von französischer Einwanderung und Wandel
-
Kapstadts Konflikt mit Pavianen verschärft sich in wohlhabenden Vororten
-
NFL-Katastrophenangst: Helikopter fliegt direkt in Feuerwerk
Recherche: AFP-Büro in Gaza womöglich gezielt von israelischer Armee beschossen
Das Büro der Nachrichtenagentur AFP im Gazastreifen ist im November womöglich gezielt von der israelischen Armee beschossen worden. Zu diesem Schluss kommt die am Dienstag veröffentlichte Untersuchung The Gaza Project des Journalistennetzwerks Forbidden Stories, an der insgesamt 13 internationale Medienhäuser beteiligt waren, darunter neben AFP der "Spiegel", das ZDF, "Le Monde" und "The Guardian". AFP-Informationsdirektor Phil Chetwynd forderte von den israelischen Behörden "eine klare und transparente Untersuchung" des Vorfalls.
"Jede Art von Angriff, bei dem Journalisten verletzt oder Medieninfrastrukturen beschädigt werden, ist äußerst schwerwiegend", erklärte Chetwynd. In dem konkreten Fall bestehe "der begründete Verdacht, dass entweder Einzelpersonen oder die Medieninfrastruktur ins Visier genommen wurden".
Im Rahmen der Recherche untersuchte AFP unter anderem den Beschuss ihres Büros in der Stadt Gaza: Dabei war am 2. November der Serverraum in der elften Etage des Gebäudes schwer beschädigt worden. Die Mitarbeiter waren bereits zuvor evakuiert worden, eine auf dem Balkon der zehnten Etage installierte Kamera sendete jedoch weiterhin per Livestream Aufnahmen aus dem Kriegsgebiet. Dabei fing die Kamera auch genau den Moment ein, in dem das Büro getroffen wurde.
Wie nun aus der Analyse von Video- und Tonaufnahmen hervorgeht, wurde das AFP-Gebäude mit sehr großer Wahrscheinlichkeit von der israelischen Armee beschossen. Laut der Recherche wurde der Beschuss wahrscheinlich von einem israelischen Panzer verursacht. Mehrere unabhängige Experten gelangten zu ähnlichen Erkenntnissen.
Die israelische Armee wies die Vorwürfe zurück. Sie erklärte, das AFP-Büro sei nicht angegriffen worden. Der Schaden könne durch eine "Schockwelle oder ein Schrapnell" eines anderen Angriffs verursacht worden sein.
Laut AFP-Informationsdirektor Chetwynd hat AFP keine Hinweise darauf, dass sich am 2. November oder in den Tagen zuvor Hamas-Mitglieder in dem Gebäude aufgehalten hätten. Es sei zudem "völlig inakzeptabel", dass in so kurzer Zeit mehr als hundert Journalisten und Medienmitarbeiter im Gazastreifen getötet worden seien, erklärte er.
Insgesamt waren an der viermonatigen Recherche 50 Journalisten von 13 Medienhäusern beteiligt, darunter auch das israelische Magazin "+972" und die in Jordanien ansässige arabische Mediengruppe Arij. Sie werteten tausende Stunden Bild- und Tonmaterial aus dem Gazastreifen aus, darunter Fotos, Videos, Satellitenbilder und Einträge in Onlinediensten. Zudem untersuchten sie Dutzende Vorfälle, bei denen Journalisten seit Beginn des Krieges getötet oder verletzt worden waren.
Die Journalisten kamen zu dem Schluss, dass Medienmitarbeiter und -einrichtungen, darunter das AFP-Büro, womöglich gezielt von der israelischen Armee angegriffen wurden. Demnach wurden in dem untersuchten Zeitraum vier durch eine Presseweste erkennbare Journalisten vermutlich durch Drohnen getötet oder verletzt. Zudem seien 14 Journalisten getötet, verletzt oder mutmaßlich von der israelischen Armee ins Visier genommen worden, als sie Presse-Schutzkleidung getragen hätten. Mindestens 40 Journalisten und Medienmitarbeiter seien in ihren Wohnungen im Gazastreifen getötet worden.
Die Journalisten im Gazastreifen wüssten "seit langem, dass ihre Presseweste sie nicht mehr schützt", erklärte der Mitbegründer von Forbidden Stories, Laurent Richard. "Schlimmer noch, sie stellt sie vielleicht sogar noch mehr bloß."
J.Horn--BTB