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Präsidentschaftswahl in Tunesien mit Amtsinhaber Saied als klarem Favoriten
In Tunesien hat am Sonntag die Präsidentschaftswahl begonnen. Die Wahllokal sind bis 18.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) geöffnet, mit vorläufigen Ergebnissen rechnet die Wahlbehörde Isie "spätestens" am Mittwoch. Zur Stimmabgabe in dem nordafrikanischen Land sind 9,7 Millionen Menschen aufgerufen - ein Sieg des erneut antretenden Amtsinhabers Kais Saied gilt als sicher.
Da die wichtigsten Oppositionellen in Haft sind oder ihnen die Wahlbehörde die Kandidatur untersagt hat, gibt es keine ernstzunehmenden Konkurrenten für den 66-jährigen Saied. Nur zwei Gegenkandidaten stehen zur Wahl, einer von ihnen sitzt im Gefängnis.
Als Saied 2019 demokratisch gewählt wurde, galt er als Hoffnungsträger. Seitdem hat er sich jedoch zu einem zunehmend autoritären Herrscher entwickelt. Im Jahr 2021 entließ er die Regierung, später löste er auch das Parlament auf. Er änderte die Verfassung, um die Macht im Staat weiter zu bündeln, und ließ Gegner festnehmen. Menschenrechtsorganisationen prangern die wachsende Repression in dem Land an. Am Freitag vor der Wahl demonstrierten hunderte Menschen in Tunis gegen Saied.
W.Lapointe--BTB