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Vereidigung von Mosambiks Staatschef Chapo von Gewalt bei Protesten überschattet
Die Amtseinführung von Mosambiks Staatschef Daniel Chapo ist von Vorwürfen der Wahlmanipulation und von erneuten gewaltsamen Protesten überschattet worden. Bei Kundgebungen in der Hauptstadt Maputo und der Stadt Nampula seien am Mittwoch mindestens sieben Menschen getötet worden, erklärte die Nichtregierungsorganisation Plataforma Decide. Chapo versprach bei seiner Vereidigung in Maputo, er werde all seine Energie darauf verwenden, "die nationale Einheit zu verteidigen, zu fördern und zu festigen".
Nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Oktober, die von der Opposition als "manipuliert" bezeichnet worden waren, hatte es monatelang Proteste gegeben. Auch am Tag von Chapos Amtseinführung gab es Kundgebungen, gegen die Sicherheitskräfte gewaltsam vorgingen. Zu den Angaben von Plataforma Decide zu sieben Todesopfern wollte sich die Polizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht äußern.
In den Monaten zuvor waren bei den Protesten nach Angaben von Plataforma Decide etwa 300 Menschen getötet worden, zumeist durch Schüsse der Polizei. Nach Behördenangaben starben überdies mehrere Polizeibeamte.
Oppositionsführer Venâncio Mondlane, der sich nach der Wahl zum Sieger erklärt hatte, war erst am vergangenen Donnerstag aus dem Exil nach Mosambik zurückgekehrt. Der 50-Jährige war nach der Ermordung seines Anwalts aus dem südostafrikanischen Land geflohen. Er hatte seine Anhänger aufgefordert, "unsere Verweigerung" der offiziellen Ergebnisse mit einem nationalen Streik von Montag bis zur Vereidigung Chapos am Mittwoch zu demonstrieren.
Der 48-jährige Chapo, der bislang Provinzgouverneur und landesweit kaum bekannt war, gehört der Regierungspartei Frelimo an. Die ehemalige Unabhängigkeitsbewegung bestimmt seit 50 Jahren die Geschicke des an Erdgasvorkommen reichen Landes.
Angesichts der gewaltsamen Proteste sagte Chapo bei seiner von einem großen Sicherheitsaufgebot begleiteten Amtseinführung, die Verbesserung des sozialen Zusammenhalts im Land dulde keinen Aufschub. "Das wird kein einfacher Weg, aber wir haben volles Vertrauen in die Stärke des mosambikanischen Volkes", fügte der neue Präsident hinzu.
Frelimo gewann bei der Parlamentswahl im Oktober eine Zweidrittelmehrheit in der Nationalversammlung Mosambiks. Internationale Wahlbeobachter etwa aus der Europäischen Union bemängelten Unregelmäßigkeiten bei dem Urnengang, bei dem auch über den künftigen Staatschef abgestimmt wurde.
Mondlane war für die vergleichsweise junge Partei Podemos angetreten, die 43 Sitze im 250 Sitze fassenden Parlament gewann. Er ist vor allem bei den jungen Menschen in Mosambik populär.
Der neuen Regierung hatte Mondlane am Dienstag im Online-Netzwerk Facebook vorgeworfen, sie wolle "keinen Frieden". "Wir werden jeden Tag protestieren", erklärte der Oppositionsführer. "Wenn das bedeutet, dass wir das Land die gesamte Amtszeit lahm legen, dann werden wir es die gesamte Amtszeit lang lahm legen."
M.Odermatt--BTB