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Krah rechnet mit Aufnahme in AfD-Fraktion - Parteivize erwartet spannende Debatte
Der parteiintern umstrittene AfD-Abgeordnete Maximilian Krah rechnet mit seiner Aufnahme in die neue AfD-Bundestagsfraktion. Zwar gebe es "immer irgendwelche Menschen, die sich nicht freuen, wenn sie einen sehen", sagte Krah am Dienstag vor der konstituierenden Sitzung der AfD-Fraktion in Berlin. Er glaube aber nicht, dass dies bei der Fraktionsführung der AfD der Fall sei, fügte er hinzu.
AfD-Vizechef Stephan Brandner sagte vor der Sitzung, es werde "spannend", ob die Fraktion Krah und den ebenfalls umstrittenen Abgeordneten Matthias Helferich aufnehme. Er selbst werde keinen Antrags auf Ausschluss der beiden Abgeordneten stellen, betonte Brandner. "Aber wir sind 150 Abgeordnete - mal sehen, was da passiert."
Helferich nahm wie Krah an der Fraktionssitzung am Dienstag teil, äußerte sich zunächst aber nicht öffentlich. Helferich wurde 2021 als AfD-Kandidat in den Bundestag gewählt, verzichtete aber nach umstrittenen Äußerungen mit NS-Bezug auf eine Mitgliedschaft in der Fraktion und saß seitdem als Fraktionsloser im Bundestag.
Krah saß bislang für die AfD im Europaparlament, wurde dort aber nach einer Reihe von Skandalen und umstrittenen Äußerungen aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen.
Trotz der großen Probleme mit ihren Fraktionen waren beide AfD-Politiker auf Delegiertenversammlungen in Sachsen und Nordrhein-Westfalen als Bundestagskandidaten nominiert worden - und gewannen am Sonntag je ein Mandat.
Die neue AfD-Bundestagsfraktion will auf ihrer konstituierenden Sitzung am Dienstag darüber entscheiden, ob sie Krah und Helferich aufnehmen will. Zudem soll die neue Fraktion ihre Spitze wählen. Das Führungsduo aus Alice Weidel und Tino Chrupalla will wieder antreten.
Der Europapolitiker Krah hatte am Sonntag im sächsischen Wahlkreis Chemnitzer Umland-Erzgebirgskreis II mit deutlichem Abstand die meisten Erststimmen erhalten und damit den Einzug in den Bundestag geschafft. Der zum ultrarechten AfD-Lager zählende Politiker sitzt seit 2019 im Europaparlament und war bei der Europawahl im vergangenen Juni Spitzenkandidat.
Dann wurde ein Mitarbeiter Krahs wegen des Verdachts der Spionage für China festgenommen. Außerdem soll Krah Gelder aus Russland angenommen haben, was er selbst bestreitet.
Wenige Wochen vor der Europawahl 2024 sorgte Krah mit verharmlosenden Äußerungen über die SS für zusätzliche Empörung. Krah wurde von der AfD-Spitze um Weidel vom Wahlkampf suspendiert, die AfD-Delegation im Europaparlament schloss ihn aus ihren Reihen aus.
Der Dortmunder AfD-Politiker Helferich wiederum zog am Sonntag über die nordrhein-westfälische Landesliste erneut in den Bundestag ein. Er hatte sich 2017 in einem nicht öffentlichen Facebook-Chat als "das freundliche Gesicht des NS" bezeichnet.
G.Schulte--BTB