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Russische Angriffe: Gouverneursrat der IAEA berät über nukleare Sicherheit der Ukraine
Angesichts von russischen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur hat der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über die nukleare Sicherheit der Ukraine beraten. Der Krieg in der Ukraine stelle "weiterhin die weltweite größte Gefahr für die nukleare Sicherheit dar", sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Freitag zu Beginn des Treffens in Wien. Die außerordentliche Sitzung dauerte vier Stunden.
13 Länder unter der Führung der Niederlande hatten das Treffen des Gouverneursrats "angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Ukraine und ihrer Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit" einberufen. Die Länder äußerten in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag, ihre "wachsende Sorge über die Schwere und Dringlichkeit von nuklearen Sicherheitsrisiken".
Der ukrainische Botschafter bei der IAEA, Juri Witrenko, sagte Journalisten vor dem Treffen, es sei "höchste Zeit" für die Beratungen des Gouverneursrats. Ein mehrwöchiger Einsatz von IAEA-Experten an ukrainischen Umspannwerken und Kraftwerken sei im Gange und werde voraussichtlich kommenden Monat abgeschlossen, fügte Witrenko hinzu. Bei dem Einsatz wird laut IAEA-Chef Grossi die Lage an zehn Umspannwerken bewertet, die für die nukleare Sicherheit "entscheidend" sind.
Russlands Gesandter bei der IAEA, Michail Uljanow, verurteilte das Treffen des Gouverneursrat als "vollständig politisch motiviert". Es gebe "keine echte Notwendigkeit" dafür.
In der vergangenen Woche war im havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl infolge russischer Angriffe die gesamte Stromversorgung unterbrochen worden. Auch das seit März 2022 von russischen Streitkräften besetzte Atomkraftwerk Saporischschja - das größte Akw Europas - ist wiederholt Ziel von Angriffen gewesen. Russland und die Ukraine haben sich in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, mit Angriffen auf die Anlage eine nukleare Katastrophe zu riskieren.
Zuletzt einigten sich Moskau und Kiew auf eine lokale Waffenruhe, um Reparaturen an der letzten verbliebenen Notstromleitung des Akws zu ermöglichen. Die Leitung war Anfang Januar in Folge militärischer Aktivitäten beschädigt worden. Die sechs Reaktoren des Kraftwerks Saporischschja sind seit der Besetzung herunterfahren, aber die Anlage benötigt dennoch Strom für die Kühl- und Sicherheitssysteme.
E.Schubert--BTB