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Jens Spahn: "Ich bin schwul, nicht queer"
Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) will nicht homosexuell oder queer genannt werden. "Ich bin schwul, nicht queer", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit" nach Angaben vom Mittwoch. Wer mithilfe des Labels "queer" alles zu einer Frage der Selbstdefinition erkläre, stelle die Emanzipationsgeschichte infrage. Auch von dem Wort "homosexuell" distanziert sich Spahn. Seinem Vorgänger als Fraktionschef, Volker Kauder (CDU), habe er gesagt: "Ich möchte von dir nie wieder homosexuell genannt werden." Er bevorzuge den Ausdruck "schwul".
2001 sei seine sexuelle Orientierung parteiintern zum Thema gemacht worden, berichtete Spahn. "Da hatte sich gerade der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit geoutet, und es hieß: Mit Spahn kriegen wir ein Wowereit-Problem. Uns wählt keiner mehr, wenn wir den aufstellen."
Offenkundig seien die Mehrheitsmeinungen 2001 im Münsterland - Spahns Wahlkreis - schon andere gewesen. "Man muss aber auch deutlich sagen: Es war das Glück der späteren Geburt, das haben andere erkämpft", betonte Spahn. "Einen offen schwulen Bundesminister hätte es in der CDU in den 1980er-Jahren nicht gegeben, Punkt, Ende, aus."
Spahn wurde 2001 in seinem Münsterlander Wahlkreis zum CDU-Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Jahr darauf bestimmt. Er zog dann bei der Wahl in den Bundestag ein. Von 2018 bis 2021 war er Bundesgesundheitsminister, aktuell ist er Chef der Unionsfraktion im Parlament.
C.Kovalenko--BTB