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Peru: Präsidentschaftskandidatin Fujimori verspricht harte Grenzpolitik und Annäherung an USA
Vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Peru am Sonntag hat die rechtspopulistische Kandidatin Keiko Fujimori eine rigide Einwanderungspolitik, eine Annäherung an die USA und einen weiteren Vormarsch konservativer Politik in Lateinamerika versprochen. Im Falle eines Wahlsieges wolle sie in den ersten hundert Tagen im Amt mit Hilfe des Militärs die "Ordnung wiederherstellen", sagte sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.
Sie werde sich zudem um eine geeinte Front mit den konservativen Staatschefs in den USA, Argentinien, Chile, Ecuador und Bolivien bemühen, kündigte Fujimori an. Die 50-Jährige ist die Tochter von Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori, der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit 16 Jahre im Gefängnis saß, bevor er im September 2024 starb.
Eine Rekordzahl von 35 Kandidatinnen und Kandidaten bewirbt sich für das höchste Staatsamt des südamerikanischen Landes, in Umfragen führt Keiko Fujimori mit leichtem Vorsprung. Laut der letzten Ipsos-Umfrage vor der Wahl genießt sie mit 15 Prozent die höchste Zustimmung unter den Wählerinnen und Wählern und könnte damit in die Stichwahl kommen, die im Juni stattfinden soll.
Ein zentrales Wahlkampfthema der Kandidaten war Bekämpfung der Kriminalität - Umfragen zufolge die Hauptsorge der Peruaner, die vor allem mit einem exponentiellen Anstieg von Erpressung konfrontiert sind. Viele Menschen machen ausländische Gangs für den Anstieg der Gewalt verantwortlich, Experten verweisen allerdings auch auf im eigenen Land entstandene Banden.
"Wir werden Sondervollmachten beantragen - Vollmachten, um Polizeiwachen zu modernisieren, und Vollmachten, damit die Streitkräfte uns bei der Kontrolle der Gefängnisse helfen", sagte Fujimori AFP in Lima.
"Die Streitkräfte werden neben der nationalen Polizei an der Kontrolle der Grenzen teilnehmen", sagte die Rechtspopulistin - der harten Politik entsprechend, die derzeit in anderen Ländern Nord- und Südamerikas an Boden gewinnt.
"Lateinamerika erlebt eine Strömung, in der Freiheit, Investitionen und die Rückgewinnung von Kontrolle und Sicherheit Priorität haben", sagte Fujimori. "Dies begann mit Präsident (Javier) Milei, Präsident (Daniel) Noboa, Rodrigo Paz, Präsident (José Antonio) Kast", fügte sie mit Verweis auf die Staatschefs von Argentinien, Ecuador, Bolivien und Chile hinzu.
"Kolumbien und Peru fehlen noch, aber ohne Zweifel hat sich all das mit der Ankunft von Präsident (Donald) Trump verfestigt", sagte Fujimori weiter. Sie wolle engere Beziehungen zu Washington knüpfen, kündigte sie an. Im Falle eines Wahlsieges werde es "meine Rolle sein, die Vereinigten Staaten zu ermutigen, wieder aktiver mitzuwirken".
Fujimori bewirbt sich bereits zum vierten Mal um das Präsidentschaftsamt. Bei den ersten drei - vergeblichen - Anläufen bemühte sie sich um Distanz zu ihrem umstrittenen Vater, der Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regierte. Er war 2009 zu 25 Jahren Haft verurteilt worden, unter anderem wegen Massakern, die Anfang der 1990er Jahre im Kampf gegen die maoistische Guerillaorganisation Leuchtender Pfad von Todesschwadronen verübt worden waren.
In diesem Jahr profitiert Keiko Fujimori von einer zunehmenden Sehnsucht nach einer starken Führung. "Ich glaube, dass die Zeit und die Geschichte meinem Vater den Platz geben werden, den er verdient", sagte Fujimori AFP. "Heute, wenn Peru wegen Kriminellen und Erpressern blutet, fragen die Menschen nach einem Fujimori - hier bin ich."
Um in die Stichwahl zu kommen, muss die Rechtspopulistin jedoch das tiefe Misstrauen der Bevölkerung in die politische Klasse überwinden. In einer Ipsos-Umfrage gaben kürzlich 16 Prozent der Befragten an, noch nicht zu wissen, wen sie wählen werden. Weitere elf Prozent erklärten, einen ungültigen Stimmzettel abgeben zu wollen - eine hohe Zahl in einem Land mit Wahlpflicht.
Wegen politischer Machtkämpfe und Intrigen hat Peru binnen eines Jahrzehnts acht Präsidenten kommen und gehen sehen.
Am Sonntag wird zudem ein neues Parlament gewählt. Der neue Kongress wird voraussichtlich stark zersplittert sein, sodass Absprachen in Hinterzimmern zu einem zentralen Faktor für das politische Überleben werden dürften.
C.Kovalenko--BTB