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Friedensaufforderung des Papstes: Trump attackiert Leo XIV.
Mit einem Appell für Frieden im Nahen Osten hat Papst Leo XIV. den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen. "Ich bin kein großer Fan von Papst Leo", sagte Trump auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews nahe Washington. Später postete Trump ein KI-generiertes Bild, das ihn als Jesus Christus zeigt. Der Papst wiederum lehnte am Montag eine Debatte mit Trump ab.
Leo XIV. hatte am Samstag gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zu Frieden in der Welt aufgerufen. Der Pontifex verurteilte die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" im Nahen Osten und erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: "Genug des Krieges!"
Trump warf dem Papst vor, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Leo XIV. sei "eine sehr liberale Person, und er ist ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen", fügte Trump hinzu. Später führte er in seinem Onlinedienst Truth Social aus: "Ich will keinen Papst, der glaubt, es sei in Ordnung, wenn der Iran eine Atomwaffe hat."
Das katholische Kirchenoberhaupt sei "schwach, wenn es um Kriminalität geht, und schrecklich in der Außenpolitik", erklärte Trump im Internet weiter. Überhaupt sei Leo XIV. nur deshalb zum Papst gewählt worden, weil er US-Bürger sei und "sie glaubten, dass das der beste Weg ist, um mit Präsident Donald J. Trump umzugehen", hieß es weiter. "Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan."
Der Papst reagierte am Montag auf dem Weg nach Algerien, wo er eine mehrtägige Afrika-Reise startet. Er habe "nicht die Absicht, mit Trump zu debattieren", sagte er an Bord des päpstlichen Flugzeugs. "Ich bin kein Politiker." Seine Botschaft bleibe die selbe, nämlich "den Frieden zu fördern".
Trump veröffentlichte auch ein mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstelltes Bild, das ihn als Jesus Christus zeigt, der einen Kranken durch Handauflegen heilt. Trump ist dabei in rot-weiße Gewänder gekleidet, im Hintergrund fliegen Kampfflugzeuge durchs Bild, auf dem auch eine große US-Flagge zu sehen ist. Das Weiße Haus hatte schon in der Vergangenheit KI-generierte Bilder Trumps verbreitet, unter anderem eines, das ihn als Papst zeigt.
Der in den Vereinigten Staaten geborene Leo XIV. hat wiederholt die US-Politik kritisiert. Zuletzt wiesen das Pentagon in Washington und der Vatikan einen US-Medienbericht zurück, wonach der Gesandte des Heiligen Stuhls wegen kritischer Äußerungen des Papstes über die Anwendung militärischer Gewalt zu einer "bitteren Standpauke" ins US-Verteidigungsministerium einbestellt worden sei.
Nachdem Trump in der vergangenen Woche mit der Auslöschung einer "ganzen Zivilisation" gedroht hatte, hatte der Papst Drohungen gegen zivile Ziele im Iran als "inakzeptabel" verurteilt.
Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Seit einigen Tagen gilt eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Erste direkte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über ein endgültiges Ende der Kämpfe fanden am Samstag in Pakistan statt, scheiterten aber.
F.Pavlenko--BTB