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US-Teilblockade der Straße von Hormus: Trump droht mit Zerstörung iranischer Boote
US-Präsident Donald Trump hat nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen mit Teheran den Beginn einer Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus verkündet und mit Angriffen auf iranische Schnellboote gedroht. "Wenn sich eines dieser Schiffe unserer Blockade auch nur nähert, wird es sofort eliminiert", erklärte Trump am Montag. Der Iran warf den USA "Piraterie" vor und drohte seinerseits mit Angriffen auf Häfen in der Region. Zahlreiche Länder riefen zu weiteren Verhandlungen über ein Kriegsende auf.
Mehr als 15 US-Kriegsschiffe beteiligten sich nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters in Washington an der Blockade. Trump hatte die Maßnahme nach dem Scheitern der direkten Verhandlungen mit dem Iran am Wochenende in Pakistan angekündigt. Als Grund nannte der US-Präsident Teherans Weigerung, Zugeständnisse beim iranischen Atomprogramm zu machen.
Das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom hatte erklärt, die Armee werde von Montagnachmittag an allen Schiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus untersagen, "die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder von dort auslaufen". Freie Durchfahrt soll es dagegen für alle anderen Schiffe geben, etwa Öltanker. Die Teil-Blockade gilt nach Centcom-Angaben für alle iranischen Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman.
Die iranische Militärführung verurteilte das Vorgehen der USA sei "illegal" und "ein Beispiel für Piraterie". "Wenn die Sicherheit der Häfen der Islamischen Republik im Persischen Golf und im Arabischen Meer gefährdet ist, ist kein Hafen im Persischen Golf und im Arabischen Meer mehr sicher", drohte die Kommandozentrale der iranischen Armee, Chatam Al-Anbija.
Der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Arsenio Dominguez, kritisierte jegliche Blockaden der wichtigen Schifffahrtsroute als illegal. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bekräftigte, die Europäische Union lehne "weiterhin jede Regelung ab, die darauf abzielt, die freie und sichere Durchfahrt durch die Straße einzuschränken".
China, Rivale der USA und wichtiger Importeur iranischen Öls, kritisierte das Vorgehen der USA ebenfalls und verlangte eine "ungehinderte" Durchfahrt durch die strategisch wichtige Meerenge. China hatte nach Trumps Angaben mitgeholfen, den Iran an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Öffnung der Straße von Hormus war eine der Bedingungen für die derzeit geltende zweiwöchige Waffenruhe.
Russland, wichtigster internationaler Verbündeter des Iran, kündigte an, Außenminister Sergej Lawrow werde am Dienstag und Mittwoch zu Gesprächen mit seinem chinesischen Kollegen Wang Ji nach Peking reisen.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen weltweit die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
Die US-Denkfabrik The Soufan Center erklärte, Trumps ziele mit seiner Teil-Blockade vermutlich darauf ab, "dem Iran Exporteinnahmen zu entziehen und die wichtigsten Ölkunden des Iran, insbesondere China, dazu zu bewegen, Teheran dazu zu drängen, die Blockade der Meerenge aufzugeben".
Frankreich und Großbritannien kündigten unterdessen an, den Aufbau einer internationalen Mission zur Absicherung der Meerenge vorantreiben zu wollen. In den kommenden Tagen solle dazu eine Konferenz in Paris stattfinden, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron im Onlinedienst X. "Diese strikt defensive und von den Konfliktparteien getrennte Mission soll eingesetzt werden, sobald es die Lage zulässt", betonte Macron.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte, Deutschland sei nach dem Ende der Kampfhandlungen bereit, einen Beitrag zur Sicherung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus zu leisten, wenn die "nötigen Voraussetzungen" gegeben seien. Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte zuvor betont, nötig seien ein internationales Mandat, ein Mandat des Bundestages "und ein klares Ziel".
Merz bekräftigte zudem, dass die Bundesregierung die diplomatischen Bemühungen um ein Kriegsende "nachdrücklich" unterstütze. Die USA und der Iran hatten am Wochenende bei den Friedensverhandlungen unter Vermittlung Pakistans keine Einigung erzielt.
Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif sagte am Montag, es werde weiterhin "mit aller Kraft daran gearbeitet", die noch offenen Streitpunkte zwischen Washington und Teheran beizulegen. Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran "hält weiterhin", fügte er hinzu. Katar und die südostasiatischen Asean-Staaten forderten die Konfliktparteien zu weiteren Friedensverhandlungen auf.
Nach Angaben Trumps bekundete der Iran am Montag seine Bereitschaft für ein Friedensabkommen mit den USA. "Ich kann Ihnen sagen, dass wir von der anderen Seite angerufen wurden", sagte Trump im Weißen Haus. "Sie möchten ein Abkommen schließen. Unbedingt, unbedingt." Weitere Angaben zu den iranischen Vertretern, die nach seiner Aussage die USA kontaktiert haben, machte er nicht.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi machte derweil Washington für das Scheitern der Gespräche am Wochenende verantwortlich und kritisierte die "überzogenen Forderungen" der USA.
J.Horn--BTB