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Trotz Libanon-Gesprächen in den USA: Angriffe zwischen Israel und Hisbollah fortgesetzt
Nach den ersten direkten Gesprächen zwischen Vertretern Israels und des Libanon seit Jahrzehnten sind die gegenseitigen Angriffe zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz unvermindert weitergegangen. Israel beschoss am Mittwoch eine Reihe von Zielen im Südlibanon. Die pro-iranische Hisbollah feuerte ihrerseits zahlreiche Raketen auf den Norden Israels ab.
Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten hatten Vertreter Israels und der libanesischen Regierung am Dienstag in Washington direkte Gespräche geführt. Das Treffen endete ohne konkrete Ergebnisse. Nach Angaben der US-Regierung ist jedoch eine Fortsetzung geplant. Bei den Gesprächen in Washington bekräftigte Israel seine Forderung nach einer Entwaffnung der Hisbollah, die eine Art Staat im Staate bildet und an den Gesprächen nicht teilnahm.
Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz steht den Gesprächen ablehnend gegenüber.
Die israelische Armee teilte am Mittwoch mit, sie habe innerhalb von 24 Stunden mehr als 200 Hisbollah-Ziele im südlichen Libanon angegriffen. Getroffen worden seien unter anderem "Terroristen", militärische Infrastruktur und rund 20 Raketenwerfer. Angaben zu möglichen Toten durch die Angriffe machten die israelischen Streitkräfte nicht.
Kurz zuvor hatte die israelische Armee eine neue Evakuierungsaufforderung an die Bevölkerung herausgegeben. "Die Luftangriffe gehen weiter", hieß es darin. Alle Bewohner sollten sich "unverzüglich" in Gebiete nördlich des Flusses Sahrani zurückziehen. Der Fluss liegt rund 40 Kilometer nördlich der Grenze zwischen dem Libanon und Israel.
Die amtliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von zwei israelischen Luftangriffen auf Fahrzeuge im Süden des Libanons. Eine Attacke erfolgte demnach in der Ortschaft Sadijat, eine weitere auf einer Küstenstraße im nahen Dschijeh. Auch andere Orte im Süden des Landes wurden demnach attackiert. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete von einem ausgebrannten Lieferwagen, aus dem Rettungskräfte menschliche Überreste bargen.
Die Hisbollah erklärte ihrerseits, Israel mit zehn Raketen angegriffen zu haben. Das israelische Militär bestätigte den Beschuss. Es gab die Zahl der Raketen, die bis zum Vormittag auf israelisches Gebiet abgefeuert worden seien, aber mit 30 an. Die Hisbollah berichtete darüber hinaus von heftigen Kämpfen um die grenznahe Stadt Bint Dschubail.
Kurz nach Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran Ende Februar hatte die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel verstärkt. Israel fliegt seitdem massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei den israelischen Attacken wurden den libanesischen Behörden zufolge seitdem mehr als 2000 Menschen getötet.
O.Bulka--BTB