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Russland feuert hunderte Drohnen auf die Ukraine ab - 16 Tote und über hundert Verletzte
Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut mit massiven Luftangriffen überzogen und dabei mindestens 16 Menschen getötet. 659 Drohnen und 44 Raketen seien in den vergangenen 24 Stunden auf die Ukraine abgefeuert worden, erklärte die ukrainische Armee am Donnerstag. Bei den Attacken auf die Hauptstadt Kiew und weitere Regionen wurden Behörden zufolge mindestens 16 Menschen getötet und über hundert verletzt. In Reaktion auf die neue Angriffswelle sprach sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gegen eine Lockerung der gegen Russland verhängten Sanktionen aus.
Die ukrainische Luftabwehr gab an, binnen 24 Stunden 31 der 44 registrierten russischen Raketen abgefangen zu haben. Von den 659 Drohnen konnten demnach 636 zerstört werden.
Den Angriffen fielen in der südlichen Hafenstadt Odessa neun Menschen zum Opfer, erklärte der Chef der dortigen Militärverwaltung, Serhij Lysak, am Donnerstag. 23 weitere Menschen seien verletzt worden.
In Kiew seien mindestens vier Menschen getötet worden, darunter ein Zwölfjähriger, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram mit. Zudem seien allein in der Hauptstadtregion mindestens 48 Menschen verletzt worden.
Klitschko berichtete im weiteren von in Flammen stehenden Gebäuden und zerstörten Autos in der ukrainischen Hauptstadt. Im Stadtteil Rajon Podil hätten Einsatzkräfte ein Kind aus den Trümmern eines 18-stöckigen Wohnblocks gezogen, der von einer Drohne getroffen worden war. Viele Einwohner hätten die Nacht in Schutzeinrichtungen verbracht.
Die russische Armee griff in der Nacht zum Donnerstag auch die Stadt Dnipro an. Dabei wurden nach Angaben von Gouverneur Oleksandr Hanscha drei Menschen getötet. In der östlichen Region Charkiw wurde Behördenangaben zufolge ein Mensch getötet und weitere verletzt.
Selenskyj erklärte am Donnerstag, dass Russland keine Aufhebung von Sanktionen und kein "politisches Nachlassen" verdiene. "Russland setzt weiter auf Krieg", fügte Selenskyj hinzu. Im Zuge des Iran-Kriegs und des in der Folge gestiegenen Ölpreises hatten die USA einige Sanktionen gegen Russland gelockert. Der Internationalen Energieagentur zufolge konnte Moskau seine Einnahmen dadurch vorübergehend stark steigern.
EU-Ratspräsident Antonio Costa verurteilte die "schrecklichen" Angriffe der russischen Luftwaffe. "Russland muss diesen Terrorkrieg beenden", forderte Costa am Donnerstag im Onlinedienst X.
Bei einem ukrainischen Gegenangriff in der südrussischen Region Krasnodar wurden nach Angaben der örtlichen Behörden am Donnerstag wiederum ein 14-jähriges Mädchen und eine junge Frau getötet. Zuvor waren zwei minderjährige Opfer gemeldet worden.
Russland greift die Ukraine seit dem Beginn des Angriffskriegs vor mehr als vier Jahren fast jede Nacht mit hunderten Drohnen an. Zuletzt hatte es anlässlich des orthodoxen Osterfests eine 32-stündige Feuerpause gegeben - beide Seiten warfen sich allerdings zahlreiche Verstöße vor.
D.Schneider--BTB