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Funkstille beendet: Merz telefoniert mit Trump
Nach der Verstimmung in Washington über Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) zum Iran-Krieg ist die Funkstille zwischen beiden Seiten beendet. Merz telefonierte am Freitag mit US-Präsident Donald Trump während dessen Rückreise aus China und sprach im Online-Dienst X von einem "guten Telefonat". Scharfe Kritik am Kanzler kam indes von dem Trump-Berater und früheren US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell.
Merz betonte nach dem Telefonat mit Trump die Übereinstimmungen zum weiteren Vorgehen in der Iran-Frage. "Wir sind uns einig", schrieb Merz. "Iran muss jetzt an den Verhandlungstisch. Die Straße von Hormus muss geöffnet werden. Teheran darf keine Nuklearwaffen haben."
Trump hatte am Freitag seinen Besuch in China beendet. Chinas Staatschef Xi Jinping äußerte nach Trumps Darstellung dabei die Bereitschaft, bei der Öffnung der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus zu helfen. Zudem habe Peking zugesagt, Teheran nicht militärisch zu unterstützen.
In den vergangenen Wochen hatten Äußerungen von Merz zum Iran-Krieg für Verstimmung in Washington gesorgt. Der Kanzler hatte Trump Ende April vorgeworfen, "offensichtlich keine Strategie" im Iran-Krieg zu haben und mit Blick auf die US-Verhandlungen mit Teheran gesagt, da werde "eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung".
Trump hatte erbost auf die Äußerungen des Kanzlers reagiert und Merz vorgehalten, er wisse nicht, wovon er rede. Der Präsident machte wiederholt klar, dass er sich von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten nicht ausreichend unterstützt fühle. Anfang Mai kündigte er dann den Rückzug Tausender US-Soldaten aus Deutschland an.
In Berlin wurde das Telefonat von Merz mit Trump positiv bewertet. Es wurde als Zeichen gesehen, dass die US-Seite aus den jüngsten Vorgängen kein Zerwürfnis macht und weiter ein Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit besteht.
Weitere Themen des Telefonats mit dem US-Präsidenten waren laut Merz "eine Friedenslösung für die Ukraine" sowie der Nato-Gipfel im türkischen Ankara Anfang Juni. Details nannte der Kanzler nicht. Er betonte aber: "Die USA und Deutschland sind starke Partner in einer starken Nato."
Das Weiße Haus äußerte sich zu dem Telefonat nicht. Öl ins Feuer goss dagegen Trump-Berater Grenell: Dieser kritisierte eine Äußerung von Merz beim Deutschen Katholikentag in Würzburg. Der Kanzler hatte dort gesagt: "Also ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten."
Grenell schrieb dazu auf X, Merz habe sich zum "europäischen Präsidenten" all derer entwickelt, die an einer Hass-Störung gegenüber Trump litten. Als der Kanzler Anfang März in Weißen Haus zu Besuch gewesen sei, sei er dem US-Präsidenten dagegen noch "weich und schmeichelhaft" begegnet. "Die Deutschen haben einen Anführer, der keine Strategie hat - und der vollständig von den deutschen woken Medien kontrolliert wird", kritisierte Grenell.
Grenell war während Trumps erster Amtszeit von 2018 bis 2020 US-Botschafter in Deutschland. Er fiel wiederholt mit scharfer Kritik an der Bundesregierung auf.
F.Pavlenko--BTB