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Alabali Radovan bezeichnet Ben Gvirs Video von Gaza-Aktivisten als "verstörend"
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) hat ein vom rechtsextremen israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir veröffentlichtes, erniedrigendes Video von Aktivisten einer Gaza-Hilfsflotte scharf kritisiert. "Die Bilder und Aussagen des israelischen Polizeiministers Ben-Gvir sind verstörend und inakzeptabel", erklärte Alabali Radovan am Donnerstag.
"Für die dramatische Lage in Gaza gilt: es muss alles daran gesetzt werden, dass die Menschen in der Not sicher, schnell und ungehindert Hilfe erhalten", fügte die Entwicklungsministerin hinzu. "Dafür braucht es verlässliche Zugänge und die Zulassung von Unterstützung durch internationale Organisationen – im Einklang mit dem Völkerrecht". Menschlichkeit dürfe niemals verhandelbar sein, betonte Alabali Radovan.
In den von Ben Gvir am Mittwoch im Onlinedienst X veröffentlichten Aufnahmen mit dem Titel "Willkommen in Israel" sind unter anderem Dutzende Aktivisten gefesselt und auf Knien auf dem Deck eines Militärschiffs zu sehen, während die israelische Nationalhymne zu hören ist. Der rechtsextreme Minister wird gezeigt, wie er eine israelische Flagge schwenkt.
Das Video hatte international eine Welle der Empörung ausgelöst. Die USA, die EU, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien äußerten scharfe Kritik. Mehrere Staaten bestellten ihre israelischen Botschafter ein. Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu distanzierte sich von dem Video.
Die Gaza-Hilfsflotte war in der vergangenen Woche von der Türkei aus in Richtung Gazastreifen aufgebrochen und am Montag von israelischen Streitkräften vor Zypern gestoppt worden. Nach israelischen Angaben befanden sich 430 Aktivisten an Bord, die festgesetzt und nach Israel gebracht wurden.
C.Meier--BTB