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Trump sagt Angriffe auf Iran ab und deutet Verhandlungserfolg an - Iran dementiert
US-Präsident Donald Trump hat die noch für Donnerstag angedrohten Angriffe auf den Iran wieder abgesagt. Nach Gesprächen mit "der höchsten Ebene der iranischen Führung" zeichne sich eine Verhandlungslösung ab, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Zeit und Ort der Unterzeichnung des Abkommens würden "in Kürze bekanntgegeben". Der Ölpreis gab daraufhin deutlich nach. Der Iran erklärte allerdings umgehend, dass es noch keine Einigung gebe.
Trump schrieb, "abschließende Punkte" seien "von allen beteiligten Parteien genehmigt worden, darunter die Vereinigten Staaten, Israel, Saudi-Arabien, die VAE (Vereinigte Arabische Emirate), Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und andere".
"Es wurde kein Text für eine Vereinbarung gebilligt", berichtete kurz darauf hingegen die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Verhandlungskreise.
Wenige Stunden zuvor hatte der US-Präsident dem Iran noch mit "sehr heftigen" Angriffen am Donnerstagabend gedroht. "In nicht zu ferner Zukunft" würden die US-Streitkräfte zudem die strategisch wichtige "Insel Charg und andere Ölinfrastruktur-Orte einnehmen", fügte er hinzu.
Nach Einschätzung von Militärexperten würde eine Einnahme von Charg Bodentruppen erfordern. Einen solchen riskanten Einsatz hatte Trump bisher nicht befohlen.
Dabei scheint Trump selbst nicht entschlossen, wie er vorgehen will. "Ich will keine Bodentruppen", sagte er kürzlich im Interview mit dem Sender Fox News. "Aber wenn ich wollte, könnten wir eine kleine Gruppe Soldaten hinschicken und alles einnehmen", schickte er hinterher.
Die im Norden des Persischen Golfs gelegene Insel ist der wichtigste iranische Ölterminal, über den normalerweise 90 Prozent des Rohöls aus dem Land umgeschlagen werden. Ende März hatte Trump gedroht, Charg zu "vernichten", sollte der Iran die Straße von Hormus nicht wieder für den Schiffsverkehr freigeben.
Bereits Mitte März hatte Trump erklärt, die US-Luftwaffe habe militärische Ziele auf der Insel angegriffen und "vollständig ausradiert". Der Iran bestätigte dies nicht. Nach Angaben der örtlichen Behörden lief der Exportbetrieb uneingeschränkt weiter.
In den vergangenen Tagen war es angesichts stockender Verhandlungen erneut zu Angriffen zwischen den USA und dem Iran gekommen. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. Das iranische Außenministerium nannte die im April vereinbarte Feuerpause danach "praktisch bedeutungslos".
O.Lorenz--BTB