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Pistorius: Deutschland kann von Leistungsfähigkeit der Ukraine lernen
Deutschland kann nach Auffassung von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) von der Leistungsfähigkeit der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland lernen. "Die Erfahrungen der Ukraine auf dem Gefechtsfeld sind für uns von allerhöchstem Wert", sagte Pistorius am Freitag bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Als Beispiele nannte er den Einsatz und die Abwehr von Drohnen sowie elektronische Kriegsführung.
Deutschland könne davon "als europäischer Nato-Partner, aber auch als Bundeswehr insgesamt" lernen, sagte Pistorius. Innerhalb weniger Wochen seien "technologische Sprünge" sichtbar, "mit denen wir umgehen müssen und auf die wir uns einstellen müssen".
Bei seinem jüngsten Besuch in der südöstlichen Region Saporischschja habe er auf "sehr beeindruckende Weise" gesehen, wie die ukrainischen Streitkräfte mit Drohnen umgingen. "Wir orientieren uns daran." So sei etwa mit den Ukrainern verabredet worden, den Datenaustausch zu intensivieren, "um ganz konkret aus dem zu lernen, was dort passiert".
Pistorius kündigte zudem an, dass die "bereits sehr erfolgreichen Joint-Venture-Bemühungen" verstärkt werden sollen. Die Kooperation zwischen deutscher und ukrainischer Rüstungsindustrie wird ihm zufolge dazu führen, "dass das westliche Geld in der Ukraine eingesetzt wird für eine deutlich steigende Produktion verschiedener Systeme mit entsprechender Reichweite und auch Wirkungsmacht".
"Deutsch-Ukrainische Joint-Ventures sind damit dann eben auch ein wichtiger Beitrag für die Sicherheit Europas", sagte der Minister. Er verwies auf ein von den Unternehmen Skyfall und Airbus auf der ILA unterzeichnetes Memorandum zur "Automatisierung der ukrainischen Luftverteidigung".
Der Minister äußerte sich auch zum Aus für das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS. Die Entscheidung sei "folgerichtig" gewesen, nun gelte es, den Blick nach vorne zu richten. Spekulationen über mögliche Nachfolgeprojekte seien allerdings verfrüht. "Von einer Entscheidung sind wir noch entfernt", sagte Pistorius. Erste konkrete Vorschläge stellte er für den deutsch-französischen Ministerrat am 17. Juli in Aussicht.
Hinsichtlich der Luftverteidigung kündigte Pistorius an, dass Deutschland im September seinen ersten US-Kampfjet vom Typ F-35 in den USA übernehmen und dort mit der Ausbildung daran beginnen werde. Der F-35 gilt als eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt. Die Bundesregierung hatte 2022 den Kauf von 35 Exemplaren beschlossen.
Mit diesem Kampfflugzeug der fünften Generation "bricht für unsere Luftwaffe dann eben auch ein neues Zeitalter an", sagte Pistorius. Daran partizipiere auch die deutsche Industrie "durch die Produktion der Rumpfteile hier in Deutschland". "Wir stärken also auch damit gleichzeitig die Kompetenzen in einem Schlüsselbereich der Luft- und Raumfahrttechnik hier in Deutschland."
Y.Bouchard--BTB