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Plus bei Rüstungsgütern: Staatliche Investitionen 2025 stark gestiegen
Der Staat hat im vergangenen Jahr deutlich mehr investiert als in den Jahren zuvor. Die Bruttoinvestitionen lagen bei 12,3 Prozent mehr als im Jahr 2024, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte - der höchste Anstieg der staatlichen Investitionen seit dem Jahr 2000. Grund dafür waren vor allem hohe Ausgaben für sogenannte Ausrüstungsinvestitionen. Das sind bewegliche Anlagen, dazu zählen auch Rüstungsgüter.
Der starke Anstieg bei den Ausrüstungsinvestitionen um 47,7 Prozent sei auch auf Mehrausgaben für militärische Waffensysteme und sonstige Beschaffungen der Bundeswehr zurückzuführen, erklärten die Statistiker.
Insgesamt beliefen sich die Bruttoinvestitionen des Staats 2025 den Angaben zufolge auf 147,5 Milliarden Euro - 16,2 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2024. Im Jahr 1999 lag der starke Anstieg bei den Investitionen demnach an statistischen Effekten im Zusammenhang mit der Bahnreform.
Die Bruttoinvestitionen hatten im vergangenen Jahr auch einen größeren Anteil an den Staatsausgaben insgesamt, wie das Statistikamt weiter mitteilte. 2025 machten sie 6,5 Prozent der Staatsausgaben aus, 2024 waren es noch 6,1 Prozent und 2023 5,9 Prozent. Die Bruttoinvestitionen des Staates seien in den vergangenen beiden Jahren stärker angestiegen als die Staatsausgaben insgesamt.
Die staatlichen Bauinvestitionen nahmen im Gegensatz zu denen für Ausrüstung nur um zwei Prozent zu und entwickelten sich den Angaben zufolge damit deutlich schwächer als in den Vorjahren. 2024 seien sie noch um 10,2 Prozent gestiegen.
Insgesamt hatten die Bruttoinvestitionen schon vor 2025 nominal deutlich zugenommen, wie die Statistiker ausführten. 2024 waren sie demnach im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent gestiegen, 2023 um 4,2 Prozent und 2022 um neun Prozent.
Nach der starken Zunahme 2025 habe sich die Entwicklung im ersten Quartal dieses Jahres etwas abgeschwächt, es wurde ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal verzeichnet. Das lag leicht unter dem Schnitt in Europäischer Union und Euroraum, der plus 3,3 Prozent betrug.
Sebastian Dullien von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erklärte zu den Zahlen: "Die Modernisierung des Landes kommt voran." Er forderte aber die Bundesregierung auf, darauf zu achten, "dass tatsächlich die zusätzliche Verschuldung aus den Sondervermögen auch vollständig in neue Investitionen fließt".
Schätzungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Stiftung deuteten darauf hin, dass "ein beträchtlicher Anteil der Mittel aus dem Sondervermögen nicht in zusätzliche öffentliche Investitionen fließt, sondern indirekt für nicht-investive Zwecke verwendet wurde – wie die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie, die Mütterrente oder der Körperschaftsteuersenkung", führte er aus.
T.Bondarenko--BTB