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Ukraine meldet mindestens vier Tote bei russischem Angriff auf Einkaufszentrum
Bei einem russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der östlich gelegenen Stadt Pawlohrad sind nach ukrainischen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 60 Menschen seien verletzt worden, teilte der Regionalgouverneur Oleksandr Hanja am Donnerstag mit. Bei dem Angriff seien Geschäftsräume und Fahrzeuge beschädigt worden, fügte er hinzu.
Der ukrainische Innenminister Ivan Vyhivskyj teilte am Donnerstag im Onlinedienst Telegram mit, der Angriff im Stadtzentrum von Pawlohrad habe sich "am hellichten Tage" ereignet, als die Straßen voller Menschen waren.
Die Stadt Pawlohrad liegt in der Region Dnipropetrowsk. Vor dem Krieg lebten dort mehr als 100.000 Menschen. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 steht die Stadt immer wieder unter schwerem russischen Beschuss.
In der russischen Grenzregion Belgorod wurde derweil durch einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Nowy Oskol nach Angaben der Rettungskräfte ein Menschen getötet; sechs weitere Menschen seien verletzt worden.
Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Angriffe jüngst verstärkt und greifen oft weit im Landesinneren hunderte Kilometer von der Frontlinie entfernt an. Dabei werden vor allem Raffinerien, Fabriken und Lagerhäuser ins Visier genommen. Die Zahl der zivilen Opfer ist UN-Angaben zufolge derzeit so hoch wie seit den ersten Monaten nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 nicht mehr.
Die Ukraine benötigt eigenen Angaben zufolge angesichts der zunehmenden Angriffe dringend eine bessere Luftverteidigung - insbesondere US-Patriot-Systeme, die ballistische Raketen abfangen können.
Kanada werde der Ukraine im Bereich Luftverteidigung zusätzliche Unterstützung leisten, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag bei einem Besuch beim kanadischen Premier Mark Carney in Calgary. Er sei "so dankbar", sagte der ukrainische Staatschef. "Das ist ein sehr wichtiges Paket zur Luftverteidigung, und es ist von entscheidender Bedeutung."
Mit Blick auf den Angriff in Pawlohrad bestätigte Selenskyj die zuvor von den Behörden genannten Opferzahlen. Zudem seien bei einem Angriff in Kramatorsk in der Ostukraine durch "russische Bombenangriffe auf Wohngebäude" dutzende weitere Menschen verletzt worden, fügte er hinzu.
In die diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Kriegs war am Wochenende nach langer Pause wieder Schwung gekommen. In einem neuen Vorstoß Washingtons besuchten die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zuerst Moskau und dann Kiew.
Kreml-Chef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump erörterten am Dienstag den Konflikt in einem Telefonat, welches laut Kreml "äußerst offen" und konstruktiv verlief und eine Stunde dauerte.
Mehrere bisherige Gesprächsrunden waren ohne Ergebnis geblieben. Größter Streitpunkt zwischen beiden Konfliktparteien sind Gebietsabtretungen: Moskau fordert von der Ukraine, Gebiete in der östlichen Region Donezk abzutreten, die Moskau bisher noch nicht kontrolliert. Kiew lehnt einen solchen Schritt entschieden ab und betont, er käme einer Kapitulation gleich.
E.Schubert--BTB