Berliner Tageblatt - Rathausbrand in Limoges bei Unruhen: Weiterer Verdächtiger festgenommen

Börse
SDAX -0.91% 18316.37 €
Goldpreis -1.83% 4075.3 $
TecDAX -0.17% 4060.74 €
DAX -0.78% 25445.37 €
MDAX -1.34% 30245.02 €
Euro STOXX 50 -1.42% 6120.59 €
EUR/USD -0.26% 1.1206 $
Rathausbrand in Limoges bei Unruhen: Weiterer Verdächtiger festgenommen
Rathausbrand in Limoges bei Unruhen: Weiterer Verdächtiger festgenommen / Foto: © AFP/Archiv

Rathausbrand in Limoges bei Unruhen: Weiterer Verdächtiger festgenommen

Fünf Tage nach den landesweiten Ausschreitungen in Frankreich ist ein weiterer Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Brand des Rathauses von Limoges festgenommen worden. Der 66-Jährige sei am Donnerstagmorgen im benachbarten Département Creuse vor dem Hintergrund des durch "kriminelle" Handlungen ausgelösten Feuers gefasst worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Textgröße:

Am Dienstag war bereits ein Mann im Département Haute-Vienne festgenommen worden, der mutmaßlich an der Brandstiftung in Limoges, der Hauptstadt von Haute-Vienne, beteiligt war. Dem Mann wird mittlerweile versuchter Mord an Polizisten vorgeworfen, die sich am Samstag bei Ausbruch des Feuers im Rathaus von Limoges aufhielten.

Der Polizeigewahrsam des ersten Gefassten sei um 48 Stunden verlängert worden, erklärte Staatsanwältin Émilie Abrantes. Die Ermittlungen seien unter anderem nach der Befragung der 13 Polizisten und der Auswertung von Drohnenbildern ausgeweitet worden.

Der zweite Verdächtige befinde sich wegen Sachbeschädigung in einer Gruppe unter Verwendung eines für Menschen gefährlichen Mittels in Gewahrsam, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Mann wurde demnach mit Hilfe von Beamten des Polizei-Sondereinsatzkommandos Raid gefasst.

Am Samstag hatten Randalierer am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten in Limoges das Rathaus in Brand gesetzt. Der historische Gebäudeteil aus dem 19. Jahrhundert brannte ab, der Glockenturm stürzte brennend ein. Landesweit und international wurde das brennende Rathaus zu einem Sinnbild der Gewalttaten.

Bei den Ausschreitungen in Frankreich waren landesweit tausende Geschäfte geplündert worden; Rathäuser und Polizeistationen wurden angegriffen und mehrere Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt. Die Demonstrationen richteten sich gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem.

Im ostfranzösischen Lyon untersagten die Behörden derweil für den kommenden Samstag "alle Proteste" in Frankreichs drittgrößter Stadt. Landesweit sind an diesem Tag neue Kundgebungen geplant. Die Präfektur des Départements Rhône erklärte, dass "angesichts der Ereignisse" vom Samstag vergangener Woche sämtliche Demonstrationen in Lyon verboten seien. Auch in Lyon war es zu Ausschreitungen und Plünderungen gekommen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Regierungschef Sébastien Lecornu kommen heute wegen der gewalttätigen Proteste vom Wochenende mit Ministern und Geheimdienstvertretern in der Hauptstadt Paris zusammen. Dabei soll nach Angaben Macrons eine "detaillierte Bestandsaufnahme" der Ereignisse erstellt werden.

D.Schneider--BTB