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Fenerbahce-Fans dürfen nach regierungskritischen Gesängen nicht ins Stadion
Der Istanbuler Fußballverein Fenerbahce muss nach regierungskritischen Fangesängen sein nächstes Spiel ohne die eigenen Anhänger austragen. Eine Sicherheitskommission der zentraltürkischen Provinz Kayseri, wo Fenerbahce am Samstag antreten soll, erklärte am Dienstag, das Auswärtsspiel werde "ohne die Fans des Vereins" ausgetragen. Fenerbahce wies die Entscheidung als "inakzeptabel" zurück.
Am Samstag hatten tausende Fenerbahce-Fans die Regierung zum Rücktritt aufgerufen, um gegen den Umgang der Regierung mit dem verheerende Erdbeben vom 6. Februar zu protestieren. In einer generelleren Kritik an dem seit 2003 als Regierungs- und Staatschef amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdogan skandierten die Fans beim 4:0-Sieg gegen Konyaspor außerdem: "Zwanzig Jahre Lügen und Betrug."
Am Sonntag forderten auch die Fans vom Stadtrivalen Besiktas die Regierung mit Gesängen zum Rücktritt auf und warfen zum Gedenken an die Erdbebenopfer tausende Stofftiere auf das Spielfeld. Die Sicherheitskommission in Kayseri erwähnte bei der Bekanntgabe ihrer Entscheidung die regierungskritischen Gesänge der Fenerbahce-Anhänger nicht.
Fenerbahce sprach von einer "unbeholfenen Entscheidung, die zu keinerlei sportlichen Kriterien passt". In einer Mitteilung forderte der Verein die Behörden auf, die Entscheidung rückgängig zu machen.
Die türkische Regierung ist für die unzulängliche und langsame Reaktion der Behörden auf das Erdbeben und seine Folgen kritisiert worden. Das Unglück könnte auch die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen beeinflussen, die am 14. Mai in der Türkei stattfinden sollen.
F.Pavlenko--BTB