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Fast-Abbruch: Fanproteste bei HSV-Niederlage gegen Hannover
Fahrradschlösser, geschmacklose Banner - mehrere Unterbrechungen: Die Fanproteste haben im Nordduell zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 in der 2. Fußball-Bundesliga eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Partie stand in der zweiten Halbzeit kurz vor dem Abbruch. Als doch noch weitergespielt wurde, kassierte der HSV in einem wilden Spiel beim 3:4 (1:3) die dritte Heim-Pleite nacheinander.
Erst verzögerte sich der Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit wegen angeketteter Fahrradschlösser an einem Tor und Gegenständen auf dem Platz, dann zeigten die Gästeanhänger mehrere Konterfeis in Fadenkreuzen - darunter Hannovers Geschäftsführer Martin Kind. Dazu hielten sie Spruchbänder gegen die Deutsche Fußball Liga (DFL) hoch mit Aufschriften wie "CVC & Blackstone Marionetten des Sportwashings Saudi-Arabiens", "Konsequentes Handeln bei personifizierten Gewaltandrohungen" und "Spielunterbrechung jetzt".
Schiedsrichter Sören Storks schickte beide Mannschaften nach dem zweiten Vorfall in der 59. Minute in die Kabinen. Spieler der Gäste hatten zuvor erfolglos auf die Fans eingeredet. Nach einer halbstündigen Pause ging es beim Stand von 3:2 für Hannover weiter. Auch im Anschluss blieb es auf den Rängen unruhig, zu einer weiteren Unterbrechung kam es aber nicht.
Wenn gespielt wurde, lieferten sich beide Mannschaften auf dem Platz einen wilden Schlagabtausch. Nicolo Tresoldi (11.), ein Eigentor von Guilherme Ramos (21.) und Louis Schaub (42.) belohnten die Gäste für einen mutigen Auftritt. Laszlo Benes (24.), Dennis Hadzikadunic (47.) und Robert Glatzel (86.) trafen für die Hamburger, die am Wochenende auf Rang vier zurückfallen können.
Benes sah kurz nach dem Ausgleich nach einer Grätsche von hinten die Rote Karte (87.). In Unterzahl wurden die Gastgeber bestraft. Sebastian Ernst (90.+8) erzielte in der 16-minütigen Nachspielzeit das vierte und entscheidende Tor für Hannover. Das Team von Trainer Stefan Leitl liegt nur noch drei Punkte hinter dem HSV und darf von der Rückkehr in die Bundesliga träumen.
Hamburg muss am nächsten Spieltag neben Benes auch auf Hadzikadunic verzichten, der die Gelb-Rote Karte sah (90.+16).
O.Bulka--BTB