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Hannovers Stammverein will "Neuanfang" bei der DFL
Der Stammverein des Zweitligisten Hannover 96 hat im Zuge des Streits um den möglichen Einstieg eines Investors im deutschen Profi-Fußball und die Umsetzung der 50+1-Regel einen personellen als auch strukturellen "Neuanfang" bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gefordert. Nur so könne "die 50+1-Regel tatsächlich umgesetzt" und in ihrer "Existenz nicht weiter bedroht" werden, wie es in einer Stellungnahme des Hannover 96 e.V. heißt.
"Die Verantwortlichen in der DFL handeln seit zweieinhalb Jahren wissentlich entgegen ihrer eigenen Satzung", schreibt unter anderem der Vereinsvorsitzende Sebastian Kramer. Seit Jahren schwelt ein Streit zwischen dem Stammverein und Martin Kind, Geschäftsführer der ausgelagerten Profi-Fußballabteilung. Aktuell geht es um die Investoren-Abstimmung im Dezember, als 24 der 36 Profiklubs bei einer geheimen Wahl für einen Einstieg gestimmt hatten. Die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit war somit knapp erreicht. Kind spielt dabei eine zentrale Rolle.
Denn: Der 96 e.V. hatte Kind vor der Abstimmung angewiesen, mit Nein zu stimmen - und die DFL im Vorwege darüber auch informiert. Kind schweigt über sein Abstimmungsverhalten, es gilt aber als wahrscheinlich, dass er sich der Weisung widersetzte. "Es ist scheinheilig und ein schwerwiegender Vertrauensbruch der Mitglieder des Präsidiums und der Geschäftsführung der DFL, sich jetzt auf eine formell wirksame Außenvollmacht von Herrn Kind berufen zu wollen", schreiben Kramer und Co.: "Denn eine solche Berufung greift nicht, wenn sich jemand treuwidrig vor einer Kenntniserlangung verschließen will. Hier liegt sogar positive Kenntnis vor."
Der Stammverein fordert nun den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf, "eine klare Führungsrolle" einzunehmen: "Es muss sichergestellt werden, dass das Weisungsrecht der Muttervereine zukünftig uneingeschränkt gewährleistet ist und Fragen zur 50+1-Regel in erster Linie Fragen sind, die von den Muttervereinen zu beraten und zu entscheiden sind, und nicht mehr durch die DFL, denn die 50+1-Regel dient dem Schutz der Muttervereine."
S.Keller--BTB