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FIS-Materialchef: "Linie jetzt konsequent durchziehen"
Die Disqualifikation des Slowenen Timi Zajc beim Auftakt der Vierschanzentournee hat laut FIS-Materialchef Andreas Bauer eine klare Botschaft gesendet. "Die Disqualifikation von Zajc war berechtigt. Und sie ist zugleich das Zeichen an alle Athleten und Teams, dass streng kontrolliert wird", sagte Bauer der Augsburger Allgemeinen (Mittwochsausgabe) mit Blick auf die Lehren des Anzug-Skandals bei der WM im vergangenen Februar und März.
Zajc war in Oberstdorf nach seinem Sprung auf Platz zwei disqualifiziert worden, weil sein Anzug am Bein drei Millimeter zu weit war. Dadurch landete unter anderem der deutsche Senkrechtstarter Felix Hoffmann auf dem dritten statt vierten Platz.
Bauer, früher Bundestrainer der Skispringerinnen und heute Vorsitzender der Materialkommission beim Ski-Weltverband FIS, stärkte den Kontrolleuren demonstrativ den Rücken und forderte dasselbe Vorgehen im weiteren Tournee-Verlauf. "Wir müssen unsere Linie jetzt konsequent durchziehen", sagte er. Chefkontrolleur Mathias Hafele und sein Team leisteten "einen super Job. Es wird so viel gemessen wie nie zuvor."
Nach dem WM-Skandal in Trondheim, wo Anzüge norwegischer Springer manipuliert worden waren, will der Weltverband mit einer Null-Toleranz-Strategie reagieren. Nach den Vorfällen aus dem Frühjahr sei nicht das Regelwerk, sondern das Vorgehen der Kontrolleure verschärft worden, so Bauer: "Die sind härter und professioneller. Dadurch fallen Flächen weg, die früher genutzt wurden." Es werde "jedes Mal etwas anderes" kontrolliert: "Niemand kann sich darauf einstellen."
Ob im Fall Zajc Absicht oder Nachlässigkeit vorlag, ließ Bauer offen. "Jeder Athlet ist für sein Wettkampfmaterial selbst verantwortlich", sagte er und ergänzte: "Ich will nicht sagen, dass es gar keinen Spielraum mehr gibt. Aber die möglichen Schlupflöcher sind sehr klein geworden."
F.Müller--BTB