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Nach Streit um Visa: Irans Fußballer landen in Mexiko
Die iranische Fußball-Nationalmannschaft ist nach dem Streit um die Vergabe von Visa für die USA im WM-Co-Gastgeberland Mexiko angekommen. Laut der Nachrichtenagentur AFP landete das Team am Sonntag gegen 5.00 Uhr morgens Ortszeit in Tijuana. Die Spieler wurden demnach am von Soldaten der mexikanischen Sicherheitsgarde streng bewachten Flughafen von einer handvoll Fans mit iranischen Flaggen empfangen. Die Delegation wird in Tijuana, das nahe der Grenze zu den USA liegt, ihr Quartier für das Turnier beziehen. Die WM, die auch in den USA und Kanada stattfindet, beginnt am Donnerstag.
Zuvor war der wochenlange Streit um die Visa-Vergabe für die iranischen Teammitglieder eskaliert. Zwar wurde den Spielern die Einreise in die USA, wo ein Großteil der WM-Partien ausgetragen wird, am Freitag gewährt. 15 Personen der iranischen Delegation wurde die Visa-Erteilung jedoch verweigert, wie das iranische Staatsfernsehen vermeldete. Die iranische Botschaft in der Türkei äußerte diesbezüglich scharfe Kritik und monierte eine "willkürliche und diskriminierende Behandlung des iranischen Teams". Diese sei "auf die höchste Stufe gehoben" worden, hieß es in einem Statement.
Wie der iranische Botschafter in Mexiko am Samstag zudem bekannt gab, sei die Delegation darüber informiert worden, dass sie das US-Territorium für ihre Partien am selben Tag betreten und wieder verlassen müsse. Dadurch würden dem Team heftige Reisestrapazen drohen: Die ersten beiden Vorrundenpartien am 16. Juni gegen Neuseeland (18.00 Uhr Ortszeit) und Belgien am 21. Juni (12.00 Uhr Ortszeit) finden in Los Angeles statt, zum Abschluss geht es am 27. Juni in Seattle um 20.00 Uhr Ortszeit gegen Ägypten.
Am Sonntag allerdings sprach der Präsident der iranischen Fußballverbandes Mehdi Taj – der laut iranischen Medien zu jenen Personen gehört, denen US-Visa verweigert wurden – im iranischen Fernsehen von einem Einreiserecht am Vortag der Spiele. Weder der Weltverband FIFA noch die USA haben sich bislang dazu geäußert.
Nach Tijuana war das iranische Team von Antalya aus aufgebrochen, in der Türkei hatte die Mannschaft zuvor ein Trainingslager abgehalten. Ihr WM-Quartier wollte die Auswahl ursprünglich in Tucson im US-Bundesstaat Arizona beziehen, im Mai wurde es jedoch nach Tijuana verlegt. Iran und die USA befinden sich im Kriegszustand, seit die USA gemeinsam mit Israel Ende Februar begannen, den Iran zu bombardieren.
P.Anderson--BTB