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Glücklicher Sieg gegen Senegal: Niederlande jubeln spät
Stotterstart mit glücklichem Ende: Nach einer lange Zeit fahrigen und uninspirierten Vorstellung hat Cody Gakpo die Niederlande spät zum Sieg über die tapferen Löwen aus dem Senegal geführt. Der 23-Jährige von der PSV Eindhoven traf in der 84. Minute zur Führung und brach damit den Bann - am Ende stand sogar ein 2:0 (0:0).
Der Ex-Bremer Davy Klaassen (90.+9) erhöhte spät in der Nachspielzeit. Zuvor hatte Debütant Andries Noppert die Elftal vor dem Rückstand gegen den Afrikameister bewahrt, der auch ohne Bayern-Star Sadio Mane den WM-Mitfavoriten vor Probleme stellte.
Bei ihrer Rückkehr auf die WM-Bühne, das Turnier in Russland 2018 hatten die Niederländer ebenso wie die EM 2016 verpasst, geht es in der Vorrunde noch gegen Ecuador und den schwachen Gastgeber Katar. Alles andere als Platz eins in der Gruppe A wäre eine Enttäuschung. "Wir haben mehr Qualität als 2014, als wir bereits Dritter geworden sind. Wir können Weltmeister werden", hatte van Gaal gesagt.
Der 71-Jährige begann die Mission mit Münchens Matthijs de Ligt in der Dreierkette neben Kapitän Virgil van Dijk, dahinter setzte er im Tor überraschend auf Noppert, mit 2,03 m der größte aller WM-Spieler. Der 28-Jährige vom SC Heerenveen kam somit zu seinem ersten Länderspiel für den dreimaligen WM-Zweiten, der sich so sehr den ersten Titel wünscht.
Der Riese im Kasten musste im mit 41.721 Zuschauern besetzten Al-Thumama-Stadion zunächst auf der Hut sein, weil der Senegal auch ohne Mane selbstbewusst nach vorne spielte - angetrieben von rhythmischen Trommeln und Trompeten. Der frisch operierte Mane hatte aus dem Krankenstand angekündigt, seine "Teamkollegen werden gemeinsam kämpfen, um unser Land zu ehren".
Die Niederlande setzten dem Kampfgeist und dem Tempo ihr Kollektiv entgegen. Der "Gruppe von Freunden" (de Ligt) fehlte zu Beginn jedoch die gewohnte Souveränität, sie hatten dennoch die ersten großen Möglichkeit: Steven Bergwijn (4.) verpasste nach einem Pass von Gakpo knapp, Frenkie de Jong (19.) zögerte zu lange.
Van Gaal, der die Elftal trotz seiner Prostatakrebs-Erkrankung im September 2021 übernommen hatte und in seiner dritten Amtszeit bislang ungeschlagen ist, blieb gelassen. Während es Senegals Trainer Aliou Cisse kaum in der Coaching-Zone hielt, beobachtete van Gaal den teils fahrigen Auftritt seiner hochgehandelten Mannschaft mit all seiner Erfahrung und Ruhe.
Zufrieden sein konnte er nicht, de Ligt wackelte ein ums andere Mal gegen Mane-Ersatz Ismaila Sarr, auch van Dijk strahlte keine Ruhe aus. In der Offensive fehlte zunächst Memphis Depay, der nach einer Oberschenkelverletzung nach einer Stunde sein Comeback gab. Im Mittelpunkt stand dann aber Noppert, der reaktionsschnell Senegals Führung durch Boulaye Dia (65.) verhinderte.
Bis in die Schlussphase forderten die Afrikaner den Favoriten - der dann aber doch noch zuschlug: De Jong zog eine Flanke gefährlich an den Fünfmeterraum, Gakpo war mit dem Kopf vor Edouard Mendy am Ball.
J.Fankhauser--BTB