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Statistisches Bundesamt: Frauen leisten mehr unbezahlte Arbeit als Männer
Frauen leisten laut einer Erhebung weit mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Während Frauen im Jahr 2022 auf 30 Stunden pro Woche kamen, waren es bei Männern nur 21 Stunden, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch zur Vorstellung der Ergebnisse der sogenannten Zeitverwendungserhebung der Deutschen in Wiesbaden mitteilte. Der sogenannte Gender Care Gap, der den unterschiedlichen Zeitaufwand für Männer und Frauen bemisst, wird damit auf 43,8 Prozent beziffert.
Dieser geschlechtsspezifische Unterschied bei Pflegearbeiten erfasst neben Pflege und Erziehung auch die Arbeit in Haushalt und Ehrenamt. Bei der vorausgegangenen Erhebung von vor zehn Jahren lag der Wert noch bei 52,4 Prozent.
"Die Lücke zwischen Frauen und Männern bei der unbezahlten Arbeit wurde im Zeitvergleich kleiner, sie ist aber nach wie vor beträchtlich", erklärte die Präsidentin des Statistischen Bundesamts, Ruth Brand. Dabei habe sich die Zeitaufwand von Frauen im Zehnjahresvergleich sogar um knapp 20 Minuten erhöht. Bei Männern sei der Aufwand indes stärker gestiegen, nämlich um gut eine Stunde und 20 Minuten.
Der Erhebung zufolge setzt sich gut die Hälfte der unbezahlten Arbeit bei Frauen aus klassischen Haushalstätigkeiten zusammen - darunter fallen etwa Kochen, Putzen und Wäsche waschen. Mehr als 13 Stunden pro Woche würden Frauen dafür aufwenden. Männer verbringen damit nur knapp sechseinhalb Stunden.
Auch mit der Betreuung, Pflege und Unterstützung von Kindern sowie erwachsenen Haushaltsmitgliedern verbringen Frauen fast doppelt so viel Zeit wie Männer. Während Frauen pro Woche mehr als dreieinhalb Stunden dafür aufwenden, tun Männer dies knapp zwei Stunden lang. Mit Einkaufen und Haushaltsorganisation verbringen Frauen fast fünf Stunden, Männer eine Stunde weniger.
Vorn liegen Männer hingegen im Bereich der handwerklichen Tätigkeiten, bei ehrenamtlichem und freiwilligem Engagement sowie bei der Unterstützung anderer Haushalte. Während Frauen hierfür gut fünf Stunden pro Woche aufwenden, sind es bei den Männern rund sechs Stunden.
Bei Zusammenrechnung von bezahlter und unbezahlter Arbeit leisten Frauen durchschnittlich fast 45,5 Stunden pro Woche Arbeit. Damit liegen sie vor den Männern, die auf knapp 44 Stunden kommen. Der Unterschied fiel den Angaben zufolge sogar höher aus als noch vor zehn Jahren. Damals hatten Frauen nur eine Stunde mehr gearbeitet.
Leben Kinder in einem Haushalt, erhöhe sich auch die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden, erklärten die Bundesstatistiker weiter. In Haushalten mit Kindern würden Elternteile im Schnitt 57 Stunden pro Woche arbeiten. Erwachsene in Haushalten ohne Kinder kamen hingegen auf elf Stunden weniger.
Dabei hängt der Umfang der bezahlten Arbeit bei Frauen stark mit dem Alter des jüngsten Kinds zusammen. Mütter von Kindern unter sechs Jahren leisten demnach pro Woche durchschnittlich rund 13 Stunden bezahlte Arbeit - und damit neuneinhalb Stunden weniger als Frauen ohne Kinder im Haushalt. Mit Kindern im Alter von sechs bis 17 Jahren erhöht sich die Zahl der Arbeitsstunden auf mehr als 21 Stunden.
Bei Männern mit minderjährigen Kindern im eigenen Haushalt liegt der Umfang der Erwerbsarbeit dagegen unabhängig vom Alter des jüngsten Kindes bei durchschnittlich rund 32 Stunden pro Woche. Damit würden Väter pro Woche viereinhalb Stunden mehr bezahlte Arbeit leisten als Männer ohne Kinder.
O.Bulka--BTB