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Leiter von Schloss Versailles soll neuer Direktor des Pariser Louvre werden
Nach dem Rücktritt der Louvre-Direktorin Laurence des Cars als Folge des spektakulären Kronjuwelen-Diebstahls und anderer Missstände soll der derzeitige Leiter von Schloss Versailles, Christophe Leribault, ihr Nachfolger werden. Die offizielle Nominierung des 62-Jährigen solle am Mittwoch im Ministerrat erfolgen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von einer Regierungsquelle. Leribault solle das weltberühmte Museum "sichern, modernisieren" und das Vorhaben "'Louvre - Neue Renaissance' zu einem guten Abschluss bringen", hieß es.
Leribault ist Kunsthistoriker und Generalkonservator des französischen Kulturerbes. Das Schloss Versailles bei Paris leitet er seit Februar 2023. Zuvor war er Chef der Pariser Häuser Musée d'Orsay und Orangerie. In dieser Funktion hatte er des Cars im Oktober 2021 abgelöst, als diese Louvre-Chefin wurde.
Des Cars hatte am Dienstag ihren Rücktritt bei Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron eingereicht. "Das größte Museum der Welt braucht nun Ruhe und neue, starke Impulse, um wichtige Sicherheits- und Modernisierungsprojekte durchzuführen", erklärte der Elysée-Palast als Reaktion.
Der Rücktritt der Direktorin erfolgte knapp eine Woche nach der Vorlage des Berichts einer parlamentarischen Untersuchungskommission zum "Jahrhundertraub" französischer Kronjuwelen aus dem Louvre vor vier Monaten. In dem Bericht war die Leitung des Louvre-Museums mitverantwortlich für den spektakulären Diebstahl gemacht worden. "Es gibt eine Liste von Versäumnissen, die in anderen Ländern und Einrichtungen längst zu Rücktritten geführt hätten", erklärte Kommissionschef Alexandre Portier offenbar mit Blick auf die Louvre-Chefin.
Am 19. Oktober hatten vier Männer mit einfachen Mitteln einen Teil der französischen Kronjuwelen im Materialwert von 88 Millionen Euro aus dem Louvre gestohlen - der ideelle Verlust ist noch größer. Die Beute wurde bis heute nicht gefunden. Nach dem Raubzug ist das Museum immer wieder erneut in negative Schlagzeilen geraten, unter anderem wegen mehrerer Wasserschäden, Streiks und dem Verdacht auf massiven Ticketbetrug, durch den dem Louvre ein Schaden in Höhe von zehn Millionen Euro entstanden sein soll.
Die von vielen Seiten angefeindete Museumsdirektorin hatte direkt am Tag nach dem Einbruch ihren Rücktritt angeboten, was Kulturministerin Rachida Dati damals aber ablehnte. Macron nahm ihn nun jedoch an.
Der Louvre gehört zu den Pariser Wahrzeichen. Mit Kunstwerken wie der Mona Lisa von Leonardo da Vinci zieht das riesige Museum jährlich rund neun Millionen Besucher an.
N.Fournier--BTB