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Früherer EZB-Chef Draghi mit Aachener Karlspreis ausgezeichnet
Der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, ist im Krönungssaal des Aachener Rathauses mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hob in seiner Festrede am Donnerstag Draghis entschlossenes Handeln während der Euro-Krise hervor. Später habe er in seinem Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit Europas "mit seiner schonungslosen Analyse" den Weg zu Reformen gewiesen.
Das Karlspreis-Direktorium ehrte den 78-Jährigen ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten mit dem Preis für sein Lebenswerk und seine Verdienste um Europa. Es hob dabei insbesondere sein Vorgehen als EZB-Präsident während der Schuldenkrise 2012 hervor. Draghi hatte damals versichert, die Zentralbank werde "alles tun, was nötig ist", um den Euro zu schützen, und hatte damit die nervösen Finanzmärkte beruhigt.
"Sie haben sich in bedrohlicher Zeit um den Euro gekümmert, und Sie haben den Euro und die Währungszone stabilisiert", sagte Merz dazu. Draghi habe dies "mit Mitteln, die umstritten waren", getan. "Das war mutig. Sie haben etwas riskiert. Es hätte scheitern können. Aber es ist gelungen." Auch langfristig habe sich dieses Vorgehen ausgezahlt. Der Euro sei heute als Währung "unangefochten".
Weiterer Festredner war der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, dessen Land während der Schuldenkrise vor dem Staatsbankrott gestanden hatte und durch Hilfe von EU und EZB gerettet wurde. Mitsotakis sagte, Europa insgesamt habe sich damals in einer "existenziellen Krise" befunden. "Es gab das Risiko der Spaltung", sagte er. Draghis "Whatever it takes"-Worte hätten hier zu einer Kehrtwende beigetragen.
Mit dem Karlspreis werden seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa verdient machten. Zu den prominentesten Preisträgern zählen etwa der verstorbene Papst Franziskus, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton.
Y.Bouchard--BTB