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Sperrung der Brennerautobahn beginnt mit Stopp für Lkw - derzeit keine Staus
Wegen eines Anwohnerprotests gegen das massive Verkehrsaufkommen hat am Samstag eine ganztägige Sperrung der österreichischen Brennerautobahn begonnen. Um 09.00 Uhr trat die Sperrung der wichtigen Alpenquerung für Lkw in Kraft, von 11.00 bis 19.30 Uhr soll sie auch für Pkw gelten. Im Vorfeld der Sperrung wurden aus Süddeutschland und Österreich zunächst keine Staus gemeldet.
Die Brennerautobahn A13 muss weiträumig umfahren werden. Der ADAC und das Auswärtige Amt in Berlin hatten vorab gewarnt, dass auf den Ausweichstrecken bis in den Sonntag hinein mit Staus zu rechnen sei. Am Samstagmorgen war die Verkehrslage aber zunächst ruhig.
Auf deutscher Seite gebe es derzeit keine Staus wegen der Sperrung der Brennerautobahn, sagte ein ADAC-Sprecher am Morgen der Nachrichtenagentur AFP. Am Freitagabend hatte sich der Verkehr demnach auf der A93 Richtung Grenzübergang Kiefersfelden auf einer Strecke von bis zu 16 Kilometern gestaut, was bis zu einer Stunde Zeitverlust zur Folge hatte. Der ADAC ist am Samstag mit mehreren Staubeobachtern auf Motorrädern vor Ort im Einsatz, um Tipps zu geben und gegebenenfalls Unterstützung zu leisten.
Vom Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) hieß es am Samstagmorgen, es gebe derzeit "überhaupt keine wesentlichen Staus", es sei "bis jetzt sehr ruhig". "Wir haben schon mit mehr gerechnet", hieß es weiter. Anscheinend hielten sich aber viele Autofahrer an die Aufforderung, am Samstag nicht über die Alpen zu fahren.
Die Sperrung der wichtigsten Verkehrsverbindung nach Italien fällt in die Pfingstferien mehrerer deutscher Bundesländer. Anlass der Sperrung der Brennerautobahn ist eine Protestkundgebung gegen die Belastung der Anwohner durch den massiven Verkehr, die der Bürgermeister des angrenzenden Tiroler Ortes Gries, Karl Mühlsteiger, als Privatperson angemeldet hat. Die Demonstration soll um 13.00 Uhr beginnen und bis 16.30 Uhr dauern.
Mühlsteiger sagte AFP, es gehe bei dem Protest darum, "dass wir ein Zeichen setzen gegenüber Brüssel, gegenüber der Bundesregierung in Wien, dass es so mit dem stetig steigenden Verkehr bei uns nicht mehr weitergehen kann und nicht mehr weitergehen darf". Das massive Verkehrsaufkommen mit seinen Folgen sei "für die Bevölkerung nicht mehr schaffbar, nicht mehr aushaltbar".
Über die Brennerautobahn sind laut dem österreichischen Mobilitätsverein VCÖ im vergangenen Jahr mehr als 2,4 Millionen Lastwagen gefahren. Auf den Transitrouten der benachbarten Schweiz seien es hingegen nur rund 860.000 Lkw gewesen.
Mühlsteiger wirbt daher dafür, die Lkw-Maut auf der Brennerautobahn auf das Schweizer Niveau anzuheben. In der Folge würde sich am Brenner "der Schwerverkehr halbieren, das wäre für uns schon eine sensationelle Errungenschaft", sagte er am Freitag im Bayerischen Rundfunk.
C.Kovalenko--BTB