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Mindestens fünf Verletzte bei Einsturz eines Wohngebäudes in Marseille
Beim Einsturz eines Wohngebäudes in der französischen Hafenstadt Marseille sind in der Nacht auf Sonntag nach offiziellen Angaben mindestens fünf Menschen verletzt worden. "Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es bei dieser schrecklichen Tragödie Todesopfer geben wird", sagte Benoît Payan, der Bürgermeister von Marseille, am Sonntagmorgen. Möglicherweise habe eine Gas-Explosion den Einsturz verursacht, sagte der Präfekt der Region, Christophe Mirmand, der Nachrichtenagentur AFP. Ein Brand in den Trümmern behinderte am Sonntagmorgen weiterhin die Rettungsarbeiten.
Das vierstöckige Gebäude im Zentrum Marseilles war in der Nacht auf Sonntag gegen 0.40 Uhr eingestürzt. Die Straßen rund um das eingestürzte Gebäude waren am Sonntagmorgen abgesperrt, wie AFP-Journalisten berichteten, zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort. Das Feuer in den Trümmern verhindere jedoch weiterhin den Einsatz von Suchhunden und Rettungsteams an der Einsturzstelle, sagte Bürgermeister Payan.
Es gebe einen "starken Verdacht", dass eine Explosion den Einsturz verursacht habe, sagte Präfekt Mirmand. Gas sei eine "mögliche Option", derzeit sei jedoch Vorsicht im Hinblick auf mögliche Ursachen geboten.
Die Feuerwehr konnte zunächst keine Angaben zur Anzahl der Menschen machen, die sich vor dem Einsturz im Gebäude befanden. Angrenzende Gebäude in dem Viertel, das für sein reges Nachtleben bekannt ist, wurden evakuiert, die Bewohner vorübergehend in einer Schule untergebracht.
Ein Augenzeuge namens Aziz, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte, sprach gegenüber AFP von einer "Explosion", bei der "alles gebebt" habe. "Wir haben Leute rennen sehen, überall war Rauch, das Gebäude ist auf die Straße gestürzt", sagte der Mann, der nach eigenen Angaben einen Spätkauf-Laden in der Straße betreibt, in der sich das eingestürzte Gebäude befindet.
Im November 2018 waren beim Einsturz zweier Gebäude in Marseille acht Menschen ums Leben gekommen. Die beiden Häuser befanden sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Bei dem nun eingestürzten Gebäude gab es jedoch nach Angaben des Bürgermeisters wie des Präfekten keinerlei Hinweise auf Baufälligkeit. "Wir haben es hier nicht mit einer Straße mit schlechten Wohnverhältnissen zu tun", sagte Bürgermeister Payan.
G.Schulte--BTB