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Sohn von Norwegens Kronprinzessin wird dreier Vergewaltigungen verdächtigt
Die norwegischen Ermittler verdächtigen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit dreier Vergewaltigungen. Zudem werden dem 28-jährigen Marius Borg Hoiby 20 weitere Straftaten vorgeworfen, wie Polizei-Anwalt Andreas Kruszweski am Freitag zum Abschluss der zehnmonatigen Ermittlungen sagte. Der Fall geht jetzt an die Staatsanwaltschaft, die über eine Anklage entscheiden muss.
Hoiby war im vergangenen August in Oslo wegen mutmaßlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung in der Wohnung seiner damaligen Freundin festgenommen worden. Er gestand, die Frau "unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain" körperlich angegriffen und Gegenstände in ihrer Wohnung zerstört zu haben. Im Zuge der Ermittlungen kamen zahlreiche weitere Vorwürfe gegen den 28-Jährigen auf.
Hoibys Anwältin sagte der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, ihr Mandant weise die Vergewaltigungsvorwürfe zurück. Die Polizei wirft Hoiby neben Vergewaltigung auch sexuelles Fehlverhalten, Misshandlung, Körperverletzung, Verstöße gegen Kontaktverbote, Sachbeschädigung, Bedrohung, Beamtenbeleidigung und Verkehrsstraftaten vor. Zu den mutmaßlichen Opfern sagte Polizei-Anwalt Kruszweski, es handele sich um eine zweistellige Zahl.
Nach Bekanntwerden der Vergewaltigungsvorwürfe hatte Hoiby eine Woche in Untersuchungshaft verbracht, anschließend machte er Berichten zufolge einen Drogenentzug in London.
Hoiby stammt aus einer Beziehung Mette-Marits vor ihrer Hochzeit mit Kronprinz Haakon im Jahr 2001. Er wuchs zusammen mit seinen Halbgeschwistern auf, der 21-jährigen Prinzessin Ingrid Alexandra und dem 19-jährigen Prinz Sverre Magnus. Anders als die beiden bekleidet er keine offizielle Funktion im norwegischen Königshaus.
Der Skandal um Hoiby versetzte der norwegischen Monarchie einen schweren Schlag. Einer im Dezember veröffentlichten Umfrage zufolge sagten 45 Prozent der Befragten, ihre Meinung zum Königshaus habe sich innerhalb des vergangenen Jahres verschlechtert.
G.Schulte--BTB