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250 Medien protestieren auf Titelseiten gegen Tod von Journalisten im Gazastreifen
Mehr als 250 internationale Medien haben auf den Titelseiten ihrer Webseiten gegen den Tod zahlreicher Journalisten im Krieg Israels gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen protestiert. Wie die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) am Montag mitteilte, beteiligten sich an der Aktion unter anderen der katarische Sender Al Dschasira, die britischen Nachrichtenseite "The Independent", die linksgerichtete französische Zeitung "L'Humanité" sowie die "taz" und die "Frankfurter Rundschau".
Die an der Aktion beteiligten Medien aus 70 Ländern forderten "ein Ende der Straffreiheit für israelische Verbrechen gegen Reporter in Gaza, die sofortige Evakuierung von Reportern, die den Gazastreifen verlassen wollen, und einen unabhängigen Zugang für ausländische Medien", hieß es in der RSF-Erklärung weiter.
Nach Angaben von RSF wurden seit Beginn des von der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas ausgelösten Krieges im Gazastreifen im Oktober 2023 rund 220 Journalisten bei israelischen Militäreinsätzen getötet. "In dem Tempo, mit dem Journalisten in Gaza von der israelischen Armee getötet werden, wird es bald niemanden mehr geben, der Sie auf dem Laufenden hält", erklärte RSF-Chef Thibaut Bruttin.
Vergangene Woche waren bei zwei Angriffen auf das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis laut dem von der islamistischen Hamas kontrollierten Zivilschutz insgesamt 20 Menschen getötet worden, darunter fünf Journalisten. Dabei handelte es sich um Mitarbeiter der internationalen Nachrichtenagenturen Reuters und Associated Press (AP) sowie des katarischen Senders Al-Dschasira und zwei weitere palästinensische Reporter. Die Angriffe galten nach Angaben Israels einer mutmaßlichen Kamera der Hamas, bei sechs der getöteten Menschen habe es sich um "Terroristen" gehandelt.
Zuvor waren Anfang August bei einem israelischen Angriff nahe dem Al-Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza sechs Journalisten getötet worden, darunter fünf Al-Dschasira-Mitarbeiter. Die israelische Armee hatte erklärte, einer der getöteten Al-Dschasira-Reporter, Anas al-Scharif, sei der Anführer einer Hamas-"Terrorzelle" gewesen und habe sich als Journalist ausgegeben.
Die Hamas und mit ihr verbündete Palästinensergruppen hatten den Gaza-Krieg mit ihrem brutalen Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 47 Menschen dort festgehalten, mutmaßlich 27 von ihnen sind nach israelischen Angaben tot.
Israel greift seither massiv militärisch im Gazastreifen an. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden mehr als 63.400 Menschen getötet. Sie unterscheiden dabei nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Seit dem Hamas-Überfall haben internationale Journalisten nur eingebettet von Einheiten der israelischen Armee Zugang zu dem Kriegsgebiet. Aufgrund der israelischen Beschränkungen für Journalisten im Gazastreifen sind Medien, darunter die Nachrichtenagentur AFP, in ihrer Foto-, Video- und Textberichterstattung auf lokale palästinensische Journalisten angewiesen.
B.Shevchenko--BTB