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Nach tödlichem Fährunglück vor Nordzypern: Behörden suchen nach 20 Vermissten
Einen Tag nach dem tödlichen Fährunglück vor der Küste Nordzyperns haben Rettungskräfte am Montag weiter nach 20 Vermissten gesucht. Alle acht Todesopfer waren nach Angaben der Behörden türkische Staatsbürger. Unter den Vermissten seien 18 Türken und zwei Menschen aus Nordzypern. Der Kapitän der Fähre wurde in Untersuchungshaft genommen.
Die Fähre mit 267 Menschen an Bord war nach Behördenangaben am Sonntag etwa vier Seemeilen vor der Küste gekentert und gesunken, kurz nachdem sie den nordzyprischen Hafen Kyrenia verlassen hatte. 239 Menschen wurden gerettet. In der Türkischen Republik Nordzypern begann eine dreitägige Staatstrauer.
Die Polizei nahm den Kapitän und 15 weitere Menschen fest. Neun von ihnen müssen sich nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur TAK in Kyrenia wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung vor Gericht verantworten. Der Kapitän und Besatzungsmitglieder erklärten laut der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, der Bug der Fähre sei durch die Wucht der Wellen aufgebrochen worden.
Passagiere hatten zuvor von einer Explosion an Bord berichtet. Augenzeugen zufolge drang kurz nach der Abfahrt Wasser in das Schiff ein. Fernsehbilder zeigten zahlreiche Passagiere in Rettungswesten auf dem gekenterten Rumpf. Überlebende berichteten, es habe nicht für alle Menschen an Bord Rettungswesten oder Rettungsringe gegeben.
Taucher versuchten am Montag nach Angaben des nordzyprischen Präsidenten Tufan Erhürman, Daten aus dem Fahrtenschreiber des Schiffes zu sichern. Die Arbeiten sollten am Dienstag fortgesetzt werden. Die Fähre liegt nach Angaben der Behörden inzwischen in 514 Metern Tiefe. Erhürman kündigte eine umfassende Untersuchung an und erklärte, die Fährgesellschaft werde zur Verantwortung gezogen.
Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei ist der einzige Staat, der die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Die griechischsprachige Republik Zypern im Süden der Insel ist seit 2004 EU-Mitglied.
C.Kovalenko--BTB