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Abtreibungspillen in den USA künftig auch in Apotheken erhältlich
In den USA wird die Verfügbarkeit von Abtreibungspillen deutlich ausgeweitet: Künftig sind sie auch in Apotheken erhältlich, wie die US-Arzneimittelbehörde FDA am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Das Mittel Mifepriston darf demnach in Staaten, in denen Schwangerschaftsabbrüche erlaubt sind, von Apotheken verkauft werden. Voraussetzung ist die Verschreibung eines Arztes. Bislang war die Abtreibungspille nur in Arztpraxen und Kliniken mit entsprechender Zulassung sowie bei wenigen Versandapotheken erhältlich.
Apotheken, die Abtreibungspillen verkaufen wollen, müssen sich laut den neuen FDA-Regeln zertifizieren lassen. Von den Patientinnen wird für die Herausgabe des Mittels eine schriftliche Einwilligungserklärung verlangt.
In den USA ist die Nachfrage nach Abtreibungspillen, die unmittelbar nach der Befruchtung einer Eizelle die Einnistung eines Fötus im Mutterleib verhindern, nach einem Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs zu Abtreibungen vom vergangenen Jahr stark gestiegen.
Der von konservativen Richtern dominierte Supreme Court hatte im Juni das seit fast 50 Jahren geltende landesweite Grundrecht auf Abtreibungen abgeschafft. Damit bekamen Bundesstaaten die Möglichkeit, Schwangerschaftsabbrüche massiv zu beschränken oder ganz zu verbieten. Zahlreiche konservative Bundesstaaten haben dies inzwischen getan.
Experten zufolge erfolgen in den USA schon jetzt mehr als die Hälfte aller Schwangerschaftsabbrüche durch Abtreibungspillen. Im politischen und juristischen Kampf für das Recht auf Abtreibung spielen die Mittel eine immer wichtigere Rolle.
Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU begrüßte den künftig erleichterten Zugang zu Abtreibungspillen. Dies nehme eine "unnötige Last" von den Patientinnen, erklärte ACLU-Vertreterin Julia Kaye. Marjorie Dannenfelser, die Vorsitzende der Anti-Abtreibungsorganisation Susan B. Anthony List, verurteilte die Entscheidung. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden beweise damit "einmal mehr, dass ihr die Gewinne der Abtreibungsindustrie wichtiger sind als die Sicherheit von Frauen und das Leben ungeborener Kinder".
J.Horn--BTB