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Gefälschte NS-Dokumente an Museum verkauft: Strafbefehl gegen Mann beantragt
Die Staatsanwaltschaft Dresden einen hat Strafbefehl gegen einen Mann beantragt, der dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr gefälschte Dokumente aus der NS-Zeit verkaufte. Dem 53-Jährigen werden Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Er soll dem Museum in Dresden vorgegaukelt haben, dass es sich um echte Dokumente aus der NS-Zeit handle. In einem Teil der Fälle, die gefälschte Schriftstücke des Hitler-Attentäters Claus Graf Schenk von Stauffenberg betrafen, sind die Vorwürfe bereits verjährt.
Unter den vom Beschuldigten Ende 2016 an das Militärhistorische Museum für 6900 Euro verkauften Dokumenten waren demnach neun Schriftstücke von bekannten Menschen oder Institutionen des NS-Regimes. Dazu zählten vermeintliche Schreiben des Oberbefehlshabers der Luftwaffe und NS-Kriegsverbrechers Hermann Göring sowie des Generalarztes des Heeres, Ferdinand Sauerbruch.
Tatsächlich wurden diese Dokumente den Ermittlungen zufolge von dem Beschuldigten selbst oder einem unbekannten Dritten hergestellt, was der 53-Jährige gewusst haben soll. Er bestritt der Staatsanwaltschaft zufolge den Tatvorwurf und behauptete, die Dokumente in gutem Glauben von einem anderen, inzwischen verstorbenen Menschen erworben zu haben.
Die Staatsanwaltschaft beantragte beim Amtsgericht Dresden, gegen den Beschuldigten per Strafbefehl eine Geldstrafe von insgesamt 9000 Euro zu verhängen. Zugleich will die Ermittlungsbehörde vier historische Schreibmaschinen, die bei Durchsuchungen gefunden wurden, als Tatmittel einziehen.
Der Betrugsfall sorgte bereits vor einigen Jahren für Aufsehen. Der Beschuldigte soll dem Museum in den Jahren 2015 und 2016 auch mehrere gefälschte Schriftstücke von Beteiligten des Hitler-Attentats und des damit einhergehenden Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 verkauft haben. Darunter waren angebliche Schreiben des später hingerichteten Hitler-Attentäters Graf Schenk von Stauffenberg.
Im Fall der vom Beschuldigten 2015 an das Museum verkauften Dokumente, darunter die genannten Stauffenberg-Schreiben. wurde das Verfahren eingestellt, weil die Vorwürfe bereits Ende 2020 verjährt waren.
Im März 2023 sprachen die Ermittler von mindestens 24 Fälschungen und nannten eine Kaufsumme von insgesamt 14.900 Euro. In diesem Zusammenhang gab es damals Durchsuchungen in Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern, bei denen unter anderem alte Schreibmaschinen, alte Tinte, Stempelfarbe, altes Papier, ein Laptop, ein Handy sowie diverse Speichermedien beschlagnahmt wurden.
M.Odermatt--BTB