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Martin Jäger tritt am 15. September Dienst als neuer BND-Präsident an
Nach mehr als neun Jahren steht ein Wechsel an der Spitze des deutschen Auslandsgeheimdiensts an. Der bisherige deutsche Botschafter in der Ukraine, Martin Jäger, tritt am 15. September seinen Dienst als neuer Präsident des Bundesnachrichtendiensts (BND) an - dies gab die Bundesregierung am Donnerstag bekannt. Der bisherige BND-Chef Bruno Kahl wechselt als deutscher Botschafter in den Vatikan.
Mit seiner "langjährigen beruflichen Erfahrung in Krisenländern" sei Jäger "bestens gerüstet, das Amt des BND-Präsidenten erfolgreich auszufüllen", erklärte Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU). Jäger sei ein "hoch geschätzter Diplomat", erklärte der Minister. "Im Lichte der angespannten sicherheitspolitischen Lage ist diese Berufung ein großer Gewinn."
Vor seiner Zeit als Botschafter in der Ukraine war Jäger unter anderem deutscher Botschafter im Irak und in Afghanistan. In seiner Zeit in Kiew befasse sich Jäger intensiv mit der russischen Politik; von Russland geht nach Einschätzung des BND eine wachsende Gefahr für Deutschland und Europa aus.
"Die Anforderungen an unseren Auslandsnachrichtendienst sind heute höher denn je, seine Arbeit als Informationsdienstleister und Frühwarnsystem ist für die Bundesregierung so wichtig wie nie zuvor", erklärte Minister Frei. Zu Jägers Aufgaben zähle, "die internationale Position des BND weiter zu stärken und sicherzustellen, dass der BND als Partner auf Augenhöhe mit anderen westlichen Diensten agiert".
Jäger blickt auf eine bewegte Berufslaufbahn zurück. Nach dem Studium trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Er war unter anderem Sprecher des früheren Außenministers Frank-Walter Steinmeier (SPD) und arbeitete auch mehrere Jahre im Kanzleramt. 2008 wechselte er vorübergehend in die Privatwirtschaft und wurde Cheflobbyist des Autokonzerns Daimler.
2013 kehrte er in den diplomatischen Dienst zurück. Danach war er drei Jahre Sprecher des Bundesfinanzministeriums, das zu der Zeit von Wolfgang Schäuble (CDU) geführt wurde.
Von 2016 bis 2018 war Jäger Staatssekretär im baden-württembergischen Innenministerium. Dann wurde er Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin. 2023 übernahm er die Leitung der Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.
Minister Frei dankte dem bisherigen BND-Präsidenten Kahl für eine "erfolgreiche" Arbeit. Der Dienst sei "heute mehr denn je ein wichtiger Teil der deutschen Sicherheitsarchitektur".
Der BND ist der Auslandsnachrichtendienst der Bundesrepublik. Er hat nach eigenen Angaben den Auftrag, Informationen von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung zu sammeln, auszuwerten und der Bundesregierung in Form von Meldungen und Analysen zur Verfügung zu stellen.
M.Furrer--BTB