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Explosionen in Militärgebäude in Bolivien: Drei Tote und mehr als 80 Verletzte
Durch Explosionen in einem Militärgebäude in Bolivien sind mindestens drei Menschen getötet und 84 weitere verletzt worden. Nach den zwei Explosionen am Freitag in der Stadt Viacha suchten die Rettungsmannschaften am Wochenende weiterhin in den Trümmern nach Vermissten. Die Ursache der Detonationen war zunächst unklar. In dem Gebäude waren Sprengstoffe wie TNT und auch Granaten gelagert gewesen.
Die beiden Explosionen hatten sich am Freitagnachmittag (Ortszeit) kurz hintereinander ereignet. Verteidigungsminister Ernesto Justiniano teilte mit, bei der ersten Detonation sei offenbar Schwarzpulver explodiert. Die zweite Detonation habe dann ein "wesentlich größeres Ausmaß" gehabt. Welches Material dabei explodiert sei, werde noch untersucht.
Die zweite Explosion habe ihn "fünf Meter zurückgeschleudert", berichtete ein Anwohner, der Gesichtsverletzungen davongetragen hatte, der Zeitung "El Deber". Er habe dann das Bewusstsein verloren.
In Aufnahmen bolivianischer Medien war schwarzer Rauch über dem Militärgebäude im Stadtzentrum zu sehen. Durch die Wucht der Explosionen wurden auch dutzende umliegende Häuser beschädigt. Dächer wurden abgerissen, Steine durch die Luft geschleudert und Bäume entwurzelt. Viacha liegt etwa 30 Kilometer südwestlich von Boliviens Verwaltungshauptstadt La Paz und hat rund 100.000 Einwohner.
Die Behörden des südamerikanischen Landes berichteten zunächst von zwei Toten, später wurde dann in den Trümmern ein weiterer Leichnam gefunden. Bei den beiden zuerst gefundenen Toten handelte es sich um Soldaten, zur Identität des dritten Toten wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Verletzten waren laut Verteidigungsminister Justiniano überwiegend Zivilisten.
Dutzende Einsatzkräfte waren vor Ort und riegelten das Gebiet für Passanten und Medienvertreter ab, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Betroffene Anwohner wurden in Notunterkünfte gebracht. An den Absperrungen drängten sich dutzende Menschen, die Informationen über vermisste Angehörige zu erlangen versuchten.
Präsident Rodrigo Paz bekundete seine Anteilnahme mit den Angehörigen der Toten und Verletzten. Er ordnete eine "gründliche" und "transparente" Untersuchung zu den Ursachen der Explosionen an, wie er im Onlinedienst X erklärte.
N.Fournier--BTB