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Russland nimmt Angriffe auf Kiew wieder auf - Behörden melden zwei Todesopfer
Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Hauptstadt Kiew mindestens zwei Menschen getötet worden. Sieben weitere Menschen seien bei den ersten Attacken auf die Stadt nach Ablauf einer dreitägigen Angriffspause verletzt worden, teilte Kiews Militärverwaltung am Dienstag im Onlinedienst Telegram mit. Der ukrainische Präsident Selenskyj äußerte sich derweil im US-Nachrichtenportal "Axios" zu den Verhandlungsaussichten mit Russland nach dem Besuch ranghoher US-Gesandter am Wochenende.
Die Angriffe verursachten laut Behörden Schäden an Gebäuden in der gesamten Hauptstadt, darunter an einem fünfstöckigen Wohnhaus im Bezirk Solomjanskyj. Im Bezirk Podilskyj gerieten demnach Fahrzeuge in Brand. Laut Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko waren Menschen in einem Wohnhaus verschüttet. Auch in mehreren anderen Regionen in der gesamten Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst.
Nach Angaben der Behörden wurden sowohl in Kiew als auch in Boryspil östlich von Kiew sowie in der rund 70 Kilometer südwestlich gelegenen Stadt Fastiw Gebäude getroffen. Zuvor hatte Kiews Militärverwaltung mitgeteilt, dass wegen der Gefahr eines Drohnenangriffs durch den "Feind" Luftalarm in Kiew ausgelöst worden sei. Sie forderte die Bewohner auf, Schutzräume aufzusuchen. Die ukrainische Armee meldete einen Raketenangriff.
Es waren die ersten russischen Angriffe seit dem Ende einer dreitägigen Feuerpause. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am frühen Dienstagmorgen mehrere heftige Explosionen in Kiew. Später wurde Luftalarm in der Hauptstadt wieder aufgehoben.
Auf die Beobachtung von Luftangriffen spezialisierte Telegram-Kanäle berichteten, Russland habe damit begonnen, ballistische Raketen zu transportieren und schwere Bomber aus dem Osten des Landes auf Flugplätze in der Nähe der Ukraine zu verlegen. Das EU- und Nato-Mitglied Polen versetzte seine Luftstreitkräfte in Alarmbereitschaft.
Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass hatte zuvor bestätigt, dass die von Russlands Staatschef Wladimir Putin angeordnete Angriffspause abgelaufen sei. Putin hatte zuvor angeordnet, die Angriffe auf Kiew wegen des Besuchs der US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff für drei Tage einzustellen.
Die beiden US-Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump waren am Wochenende nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen. Kushner und Witkoff trafen sich am Samstag in Moskau mit Russlands Staatschef Putin und tags darauf mit Selenskyj in Kiew. Zudem brieften sie die in Kiew anwesenden Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens.
Witkoff bezeichnete die Gespräche in Moskau und Kiew über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am Montag als erfolgreich. Zudem stellte er die Möglichkeit neuer trilateraler Friedensgespräche in Aussicht.
Witkoff und Kushner hätten ihm mitgeteilt, dass "die Russen zu Verhandlungen bereit sind", sagte Selenskyj am Montag der US-Nachrichtenseite "Axios". Weiter sagte er dem Bericht zufolge, dass die USA auf eine Deeskalation vor dem bevorstehenden Winter drängten.
"Russland glaubt wirklich, dass dieser Winter ihnen helfen kann, uns zu brechen", sagte der ukrainische Staatschef "Axios". Die US-Regierung könne jedoch Druck auf Putin ausüben, um eine Deeskalation zu erreichen, fügte er hinzu. Putin wolle Trump "nicht verärgern".
Die USA versuchen seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus, ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Ukraine-Kriegs zu erreichen. Bisherige Gesprächsrunden unter Beteiligung von Unterhändlern der USA, Russlands und der Ukraine brachten jedoch keinen Durchbruch.
Russland führt seit Februar 2022 eine großangelegte Offensive in der Ukraine. Russland verstärkte zuletzt seine Angriffe auf Kiew und greift dabei zunehmend auch tagsüber an. Die ukrainische Armee reagiert unter anderem mit Luftangriffen auf Ziele in Russland.
P.Anderson--BTB