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Aktivisten: Mehr als tausend Opfer durch Streubomben im vergangenen Jahr
Im vergangenen Jahr sind nach Angaben von Aktivisten weltweit mehr als tausend Menschen Opfer von Streubomben geworden, die meisten von ihnen in der Ukraine. Die große Mehrheit der insgesamt 1063 Toten oder Verletzten seien Zivilisten gewesen, teilte das Bündnis Cluster Munition Coalition (CMC) in seinem am Dienstag vorgestellten Jahresbericht mit. Die in vielen Ländern geächteten Streubomben töteten oder verletzten demnach Menschen in neun Ländern.
Bei Streumunition handelt es sich um Bomben oder Raketen, die eine Vielzahl von Sprengsätzen freisetzen. Viele davon explodieren nicht gleich, sondern mitunter erst Jahre später. Auf diese Weise vermint Streumunition große Flächen und stellt eine langfristige Gefahr für Zivilisten, Rettungskräfte und Räumpersonal dar.
Wie auch in den vergangenen Jahren seit Beginn des russischen Angriffskriegs wurden laut CMC mit 927 Toten oder Verletzten die meisten Opfer in der Ukraine gezählt, das macht 87 Prozent der Gesamtzahl weltweit aus. Streubomben töteten oder verletzten dem Bericht zufolge darüber hinaus Menschen in Afghanistan, in Kambodscha, im Irak, in Myanmar, in Laos, im Libanon, in Russland und Syrien. Fast neun von zehn Opfer waren Zivilisten.
Laut CMC setzten im vergangenen Jahr fünf Länder Streubomben ein. Sowohl Russland als auch die Ukraine beschossen sich damit gegenseitig im Ukraine-Krieg, während Myanmar die Munition im eigenen Land einsetzte. Der Iran setzte demnach Streubomben gegen Israel ein und Thailand im Grenzkonflikt mit Kambodscha.
Streubomben wurden dem Bericht zufolge auch im westafrikanischen Mali verschossen, durch wen war demnach indes zunächst unklar. Zudem gab es unbestätigte Vermutungen oder Berichte über den Einsatz durch mehrere weitere Staaten.
Keines dieser Länder gehörte zu den 112 Staaten, die das Oslo-Übereinkommen zu Streubomben unterzeichnet haben, die Einsatz, Weitergabe, Herstellung und Lagerung der Munition verbietet. Besorgnis hatte im vergangenen Jahr Litauen ausgelöst, das sich als erstes Land wieder aus dem Abkommen zurückgezogen und dies mit der Bedrohung durch Russland begründet hatte.
In der kommenden Woche wollen die Unterzeichnerstaaten zu einer Konferenz in Laos zusammenkommen.
F.Müller--BTB