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Rückkehrer Boll plant für Team-EM im September
Das deutsche Tischtennis-Idol Timo Boll will sich nach seinem Comeback beim Gewinn des Meistertitels mit Borussia Düsseldorf nur mit kleinen Schritten wieder an größere Aufgaben herantasten. Das nächste wichtige Ziel sei "auf jeden Fall die Mannschafts-EM im September in Malmö", sagte Boll dem SID.
Pläne für zuletzt in Erwägung gezogene Teilnahmen an den WTT-Turnieren ab Ende Juli zunächst in Lima/Peru und danach in Rio de Janeiro hat der 42-Jährige trotz seiner Genesung von einer monatelangen Schulterverletzung mittlerweile wieder verworfen. "Weil es am Ende sehr schnell besser wurde, war Südamerika kurze Zeit ein Thema, aber ich fühle mich für ein Turnier noch nicht wieder ganz so sicher, und die Physiotherapeuten meinten auch, es könnte in meinem derzeitigen Zustand noch riskant sein", erläuterte Boll.
Boll hatte am vergangenen Sonntag im Bundesliga-Finale bei Düsseldorfs 3:1-Sieg gegen Champions-League-Gewinner 1. FC Saarbrücken sein erstes Match nach mehr als viermonatiger Zwangspause bestritten. Dabei gab der EM-Rekordsieger gegen den Japaner Takuya Jin mit 1:3 den einzigen Punkt der Rheinländer ab.
"Körperlich bin bei 90 Prozent, aber ich hätte gedacht, dass ich spielerisch schon ein Tickchen weiter wäre, doch da stimmt doch einiges noch nicht", blickte Boll auf die herbeigesehnte Rückkehr in die Box zurück: "Manchmal habe ich taktisch schlechte Bälle gespielt, weil ich noch viel zu sehr mit meinem Spiel und meinen Bewegungen beschäftigt war, um den Ball überhaupt wieder auf den Tisch zu bringen statt auch noch platzieren zu können."
Auf dem Weg nach Malmö (10. bis 17. September) und danach zu den Olympischen Spielen im Sommer 2024 in Paris sieht sich Boll fast ausschließlich noch in Krafträumen und Übungshallen: "Mein nächstes Spiel bestreite ich wohl erst Ende August zum Start der neuen Bundesliga-Saison. Bis dahin steht weiter Reha, Aufbau und Tischtennistraining auf dem Programm, und bei der EM in Schweden ist die Schulter dann hoffentlich wieder so stabil, dass ich wieder ein paar Spiele nacheinander machen kann."
Gedanken an ein unfreiwilliges Ende seiner über zwei Jahrzehnte dauernden Laufbahn hat Boll während seiner langen Zwangspause "nur kurz" gehabt: "Bewusstseinsverändernde Erkenntnisse habe ich nicht bekommen. Ich habe vor allem nur gemerkt, dass es leider auch ein Leben ohne Tischtennis gibt."
F.Müller--BTB