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Entsetzte Politiker wegen DFB-Entscheidung für Nike statt Adidas
Die Entscheidung des Deutschen Fußballbundes (DFB), die Nationalmannschaft künftig von dem US-Unternehmen Nike ausrüsten zu lassen statt wie bisher von Adidas, hat in der deutschen Politik für entsetzte Reaktionen gesorgt. CDU-Chef Friedrich Merz prangerte am Freitag eine "unpatriotische" Entscheidung an, CSU-Chef Markus Söder kritisierte sie als "falsch, schade und auch unverständlich". Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bedauerten die Abkehr des DFB von seinem deutschen Ausrüster.
Er sei "völlig überrascht gewesen", sagte Merz. Nach Jahrzehnten aus "rein ökonomischen Gründen" den Ausrüster zu wechseln, sei für ihn "völlig unverständlich". "Deutscher Fußball ist Heimat pur - und kein Spielball internationaler Konzernkämpfe", erklärte Bayerns Ministerpräsident Söder. "Mehr Geradlinigkeit hätte dem DFB trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen gut zu Gesicht gestanden."
Nike und der DFB hatten die Zusammenarbeit ab 2027 am Donnerstag angekündigt. Das "Handelsblatt" berichtete unter Verweis auf Branchenkreise, dass Nike dem DFB dafür mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr geboten habe. Adidas zahlte bislang 50 Millionen Euro jährlich.
"Diese Reduzierung ausschließlich auf Geld und Dollarzeichen geht mir echt auf die Nerven", sagte Thüringens Regierungschef Ramelow den Sendern RTL und ntv. "Dafür brauche ich keinen Patriotismus. Ich werbe auch immer dafür, dass wir in Thüringen deutlicher über unsere eigenen Thüringer Produkte reden."
Auch Wirtschaftsminister Habeck wünschte sich "ein Stück mehr Standortpatriotismus". "Ich kann mir das deutsche Trikot ohne die drei Streifen kaum vorstellen. Adidas und Schwarz-Rot-Gold gehörten für mich immer zusammen", erklärte er. Der "Kommerz" vernichte hier "ein Stück Heimat", schrieb Gesundheitsminister Lauterbach im Kurzbotschaftendienst X - zusammen mit einem Foto im Adidas-Trainingsanzug.
Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach erklärte dazu auf Anfrage am Donnerstag lediglich, dass der Vertrag mit dem DFB Ende 2026 auslaufen werde. "Wir sind vom DFB heute darüber informiert worden, dass der Verband ab 2027 einen neuen Ausrüster haben wird", fügte ein Adidas-Sprecher hinzu.
W.Lapointe--BTB