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Nach Protesten: Am Mount Everest finden wieder Rettungsflüge mit Hubschraubern statt
Nach einer wochenlangen Hängepartie können am Mount Everest in Nepal wieder Rettungseinsätze mit Hubschraubern stattfinden. Die Betreiberfirmen hätten entschieden, die Rettungsflüge im Himalaya aus "humanitären Gründen" wieder aufzunehmen, teilte der Verband der Helikopterunternehmen am Dienstag mit. Die Flüge waren nach Protesten der einheimischen Bevölkerung ausgesetzt worden.
Anfang Januar hatten Demonstranten Hubschrauber-Landeplätze in der Everest-Region blockiert und nach Angaben des Verbands auch Piloten bedroht. Die Betreiber setzten daraufhin alle Flüge aus Sicherheitsgründen aus. Die Proteste richten sich eigentlich nicht gegen die Rettungsflüge, sondern gegen kommerzielle Flüge im Sagarmatha-Nationalpark, in dem der Mount Everest liegt.
Hubschrauber sind im Hochgebirge in Nepal, das kaum mit Straßen erschlossen ist, schon lange ein wichtiges Transportmittel. Zuletzt sind Hubschrauberflüge bei Bergsteigern und anderen Touristen aber immer beliebter geworden: Für rund 1000 Dollar (958 Euro) kann der Weg zum Basislager des Mount Everest, sonst eine zweiwöchige Wanderung, bequem an einem Tag zurückgelegt werden.
Die Proteste der Einheimischen richten sich gegen Auswirkungen des Hubschrauberbetriebs auf die Umwelt - und gegen Einnahmeausfälle für die Sherpas, die in der Region traditionell als Träger und Bergführer ihren Lebensunterhalt verdienen. Über die Wiederaufnahme der kommerziellen Flüge werde noch verhandelt, sagte der Verbandsvertreter Pratap Jung Pandey. Es gebe aber "positive" Gespräche.
Jedes Jahr besuchen mehr als 50.000 Touristen die Region um den Mount Everest. Nach Angaben der Betreiber finden im Winter täglich etwa 15 und in der Hochsaison bis zu 60 Hubschrauberflüge statt. Bergsteiger und Veranstalter von Expeditionen hatten sich zuletzt besorgt über die ausgesetzten Rettungsflüge gezeigt. Der deutsche Alpinist Jost Kobusch hatte kürzlich eine Winterexpedition am Mount Everest abgebrochen und unter anderem auf die fehlenden Rettungsflüge verwiesen.
M.Ouellet--BTB