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Kovac kommt: Neuer BVB-Trainer für den Umweg
Durchbruch bei der Trainersuche, Nachsitzen fürs Achtelfinale: Borussia Dortmund geht mit Niko Kovac in die Zukunft - und auch schon den Umweg über die Play-offs der Champions League. Nach SID-Informationen soll der frühere Bayern-Trainer beim BVB zeitnah als Nachfolger von Nuri Sahin verkündet werden. Die Bild-Zeitung hatte von einer "grundsätzlichen Einigung" mit Kovac berichtet, der bis 2026 unterschreiben solle.
Am Rande des 3:1 (2:0) gegen Schachtar Donezk zum Abschluss der Ligaphase am Mittwochabend vermeldete BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl im DAZN-Interview schon entscheidende Fortschritte. Der BVB sei bei der Personenfahndung "auf der Zielgeraden", erklärte er. Ralf Rangnick winkte parallel im österreichischen Pay-TV ab. Am Samstag in der Bundesliga beim 1. FC Heidenheim wird letztmalig U19-Coach Mike Tullberg auf der Dortmunder Bank sitzen.
Kovac hat zuletzt von 2022 bis 2024 für den VfL Wolfsburg gearbeitet. Große Erfolge feierte er bei seinen anderen Stationen: Mit Eintracht Frankfurt wurde er 2018 Pokalsieger. Ein Jahr später holte er das Double mit Bayern München. Der 53-Jährige war zudem als Trainer der kroatischen Nationalmannschaft tätig, außerdem betreute er die AS Monaco.
Rangnick, von BVB-Chef Hans-Joachim Watzke und Sport-Geschäftsführer Lars Ricken Berichten zufolge am Montag noch per Privatjet in Salzburg besucht, nahm sich selbst aus dem Rennen. Der 66-Jährige will unbedingt mit Österreich zur WM 2026. Er identifiziere sich "voll und ganz mit der Aufgabe", betonte er: Allein seine Anwesenheit am Abend im TV-Studio bei Canal+ Austria sei "Statement" genug. Kovacs Namen nahm Kehl bei DAZN bewusst noch nicht in den Mund. "Lassen Sie sich überraschen", sagte er nur.
Der BVB erledigte seine Pflichtaufgabe gegen Donezk anschließend gewissenhaft. Serhou Guirassy (17./44.) und Ramy Bensebaini (79.) erzielten die Tore im ausverkauften Signal-Iduna-Park, in dem viele Fans gebannt auf die 17 Parallelspiele blickten. Beim Gegentor durch Marlon Gomes (50.) leistete sich Gregor Kobel einen schweren Patzer. Die Leistung war solide, der BVB kletterte - doch es patzten letztlich nicht genügend besser platzierte Konkurrenten. Die Niederlagen gegen den FC Barcelona (2:3) und beim FC Bologna (1:2) erwiesen sich als zu große Hypothek.
Die Play-off-Runde der Königsklasse mit Hin- und Rückspiel wird am Freitag ausgelost und am 11./12. bzw. 18./19. Februar ausgetragen. Die Achtelfinals folgen am 4./5. bzw. 11./12. März. In der vergangenen Saison hatte der BVB das Finale erreicht, in Wembley verlor er 0:2 gegen Real Madrid.
Nun hat der kriselnde Verein die erste Schlüsselpersonalie gelöst. Angeblich hatte Kovac gezögert, weil er unbedingt die Chance auf die kommende Saison haben wollte, um kein Übergangstrainer zu sein. Der interne Machtkampf zwischen Kehl und dem Technischen Direktor Sven Mislintat soll nach dem Schließen des Wintertransferfensters (Montag) ebenfalls bereinigt werden.
Bis dahin muss Kehl nachweisen, dass er den sanften Umbau und die Verbreiterung des dünnen Kaders hinbekommt. Bisher wurde Donyell Malen an Aston Villa verkauft, nach der Verletzung von Felix Nmecha (Knie) holte der BVB Salih Özcan aus der Leihe zum VfL Wolfsburg zurück.
M.Furrer--BTB