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Traumtore am Fließband: Flicks Triple-Traum wackelt
Offensivspektakel, Traumtore, aber kein Sieger: Der FC Barcelona und Trainer Hansi Flick haben im Halbfinal-Hinspiel der Champions League eine gute Ausgangsposition im Kampf um das Endspiel von München verpasst. Beim wilden 3:3 (2:2) gegen Bayern-Bezwinger Inter Mailand zeigten die Katalanen nach katastrophalem Fehlstart zwar Moral - der Triple-Traum wackelt dennoch.
Marcus Thuram schockte den Favoriten nach nur 30 Sekunden, Denzel Dumfries erhöhte mit dem nächsten Traumtor sogar auf 2:0 (21.) für die Italiener. Wunderkind Lamine Yamal brachte den Favoriten mit einer Einzelleistung zurück (24.), Ferrán Torres erzielte den Ausgleich (38.). Auch in Halbzeit zwei legte Inter erneut durch Dumfries vor (64.), Inters Keeper Yann Sommer besiegelte mit einem Eigentor nach Distanzschuss von Raphinha das Remis (65.).
Das Rückspiel steigt am 6. Mai in San Siro, im Finale am 31. Mai in der Allianz Arena wartet entweder Paris Saint-Germain oder der FC Arsenal (Hinspiel 1:0).
Flick vertraute im alten Olympiastadion auf dem Montjuic derselben Startelf, die am Wochenende im hitzigen Clásico gegen Real Madrid (3:2 n.V.) den spanischen Pokal gewonnen hatte. Eine kleine Schrecksekunde gab es beim Warmmachen: Yamal griff sich an den Oberschenkel, musste vorzeitig in die Kabine, konnte aber starten. Im Barca-Tor stand erneut Wojciech Szczesny, der genesene Kapitän Marc-André ter Stegen stand nicht im Kader.
Von der Tribüne aus sah der deutsche Nationalkeeper neben dem verletzten Robert Lewandowski einen Horror-Start seiner Mannschaft. Eine flache Hereingabe von Dumfries schob der Ex-Gladbacher Thuram herrlich per Hacke ins lange Eck. Es war das schnellste Tor in einem Königsklassen-Halbfinale - und das erste der Nerazzurri nach drei Pleiten in Serie im Anschluss an das Viertelfinal-Rückspiel am 16. April gegen die Bayern.
Der spanische Tabellenführer, der seine einzige Niederlage in 2025 beim 1:3 in Dortmund kassiert hatte, schüttelte sich kurz, übernahm dann aber die Spielkontrolle. Lewandowski-Vertreter Torres verzog zweimal nur knapp (12./19.), auf der Gegenseite sorgte Dumfries mit seinem wuchtigen Seitfallzieher für italienische Ekstase.
Flick stand nach dem 0:2 fassungslos an der Seitenlinie, sah dann aber die große Yamal-Show: Erst tanzte der 17-Jährige in seinem 100. Pflichtspiel die halbe Mailänder Hintermannschaft aus, dann erzielte er mit einem Kunstschuss den Anschluss - und zog damit auch noch als jüngster Torschütze in einem Champions-League-Halbfinale an Kylian Mbappé vorbei.
Nur eine Minute später scheiterte Yamal am überragenden Sommer, der den Abschluss aus spitzem Winkel noch an die Latte lenkte. Der Schweizer Nationalkeeper parierte erneut stark gegen Dani Olmo (36.), bei der traumhaften Kombination über Pedri, Raphinha und Torres zum Ausgleich war er dagegen chancenlos.
Inters Kapitän Lautaro Martínez blieb nach der intensiven ersten Halbzeit angeschlagen in der Kabine, auch Flick musste Jules Koundé (42.) und zur Pause Ronald Araújo vom Platz nehmen.
Die zweite Halbzeit begann etwas ruhiger - bis Dumfries erneut nach einer Ecke zuschlug, nun per Kopf. Doch wieder hatte Barca die passende Antwort, Raphinhas Distanzschuss klatschte im Gegenzug erst an die Latte, dann vom Rücken von Sommer ins Tor. In der 87. Minute traf dann auch Yamal mit seinem Versuch nur den Querbalken.
W.Lapointe--BTB