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Skandal um Beleidigung von Fußballstar Mbappé: Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt
Im Skandal um die rassistische Beleidigung von Frankreichs Fußballstar Kylian Mbappé durch eine Senatorin aus Paraguay hat die Staatsanwaltschaft in Paris nun Ermittlungen eingeleitet. Vorausgegangen sei eine Beschwerde des französischen Fußballverbands FFF, die am Dienstag bei einer Stelle zur Bekämpfung von Hass im Internet eingegangen sei, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Selbst Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die UNO schalteten sich in den Skandal ein.
Die Straftatbestände der öffentlichen Beleidigung und der öffentlichen Anstiftung zu Hass oder Gewalt würden aufgrund der "tatsächlichen oder vermeintlichen Herkunft, ethnischen Zugehörigkeit, Nationalität, Rasse oder Religion des Opfers" verschärft, erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft. Die Straftaten können demnach mit einer einjährigen Haftstrafe und einer Geldbuße von 45.000 Euro geahndet werden.
Die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla hatte Mbappé zuvor nach dem WM-Sieg der französischen Nationalmannschaft über Paraguay mit übelsten Worten beschimpft. Sie bezeichnete den Kapitän der französischen Nationalmannschaft als "kolonialisierten Kameruner, der verzweifelt versucht, als Franzose durchzugehen".
Die Regierung des südamerikanischen Landes erklärte am Montag, die Amarillas Aussagen "spiegeln in keiner Weise die Haltung der Regierung der Republik Paraguay oder des paraguayischen Volkes wider". Die Äußerungen der Senatorin von der oppositionellen Liberalen Partei gegen Mbappé "stehen im Widerspruch zu den Werten und Prinzipien, die ein friedliches Zusammenleben und die Achtung der Menschenwürde fördern - Werte, für die sich unser Land einsetzt", erklärte das paraguayische Außenministerium.
Mbappé warf Amarilla "unverhohlenen Rassismus" vor. Die Senatorin sei "eine verachtenswerte Frau und ihrer Funktion nicht würdig". Gerichtet an die Politikerin schrieb Mbappé: "Sie vertreten nicht Paraguay, dieses Land, das während des gesamten Wettbewerbs Leidenschaft und Ehre verströmt hat."
Frankreichs Präsident Macron stellte sich hinter den Fußballstar. "Der Präsident unterstützt Kylian Mbappé und die französische Nationalmannschaft angesichts der rassistischen Angriffe auf den Kapitän der Nationalmannschaft", hieß es in einer offiziellen Erklärung.
Fifa-Chef Gianni Infantino sprach Mbappé ebenfalls seinen Rückhalt aus und verurteilte die Aussagen Amarillas. "Die gesamte Fußballwelt und die Gesellschaft stehen in Solidarität mit dem französischen Kapitän", erklärte er im Onlinedienst Instagram. "Wir müssen Rassismus bekämpfen und ihn gemeinsam besiegen."
Selbst die UNO schaltete sich am Dienstag in den Skandal ein. Das UN-Kommissariat für Menschenrechte nannte die Äußerungen "verabscheuungswürdig". Sprecher Thameen al-Kheetan erklärte allerdings, die "rassistischen und entmenschlichenden" Äußerungen von Amarilla seien "leider kein Einzelfall".
C.Meier--BTB